Park geschlossen: Keine Gnade für die schlaue Wikie

von Redaktion

Frankreich verbietet Walshows: Orcas sollen in berüchtigten Vergnügungspark nach Spanien umziehen

Tierschützer protestieren für die Schwertwale. Sie sollen ein gutes neues Zuhause bekommen. © Imago

Wikie und Keijo bei ihrer letzten Show im Januar 2025. Der Park ist geschlossen, die Orcas müssen umziehen. © Imago

Paris – Vor sieben Jahren wurde die Orca-Dame Wikie (25) sehr berühmt: Das im Marineland in Antibes (Frankreich) gehaltene Schwertwal-Weibchen hatte bei einer wissenschaftlichen Studie drei menschliche Wörter (Hello, Bye-Bye und Ami, den Namen ihrer Trainerin) und sogar zählen gelernt. Doch nun steht das Schicksal der intelligenten Wal-Dame und ihres elf Jahre alten Sohns Keijo auf der Kippe: entweder himmlische Freiheit in einem geschützten Meeresgehege oder Orca-Hölle im Loro Parque auf Teneriffa. Dort leben bereits vier Schwertwale in zu kleinen und zu niedrigen Becken.

Frankreich hat 2021 ein Verbot der kommerziellen Haltung von Walen erlassen, vor einem Jahr schloss das Marineland in Antibes daher seine Türen für Besucher. Für Wikie und Keijo wird weiter gesorgt, doch bis Ende des Jahres müssen die Wale das Land verlassen. Regelmäßig demonstrieren Tierschützer vor den Parktoren. Spanien hatte die Aufnahme der beiden Orcas wegen Tierschutzbedenken abgelehnt, doch jetzt wird eine angeblich vorübergehende Aufnahme vorbereitet. Tier- und Walschützer sehen dies mit großer Sorge. „Ein Haltungs- und Showverbot darf nicht bedeuten, dass die Tiere einfach in ein anderes Land verschoben werden, wo Vorführungen und Zucht weitergehen“, kritisiert Dr. Mona Schweizer von der Münchner Artenschutzorganisation Pro Wildlife. „Europa braucht einen verbindlichen Ausstiegsplan aus der Delfinarienhaltung.“ Weltweit leben 52 Orcas in Gefangenschaft.

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