MEIN KÜCHENGEHEIMNIS

Wir übernehmen den Herd

von Redaktion

Spanisches Nationalgericht: die Paella mit Gemüse und Garnelen.

Teller anrichten gehört auch zu den Aufgaben.

Schmeckt an heißen Tagen: die kalte Gazpacho.

Gemeinsam kochen macht Spaß. Man sieht es.

Gemüse für die Gazpacho vorbereiten: Carol Morales zeigt den Miniköchen das Häuten von Tomaten. © Jens Hartmann

Betreuen die Miniköche: A. Inselkammer (l.) und S. Droux.

Konzentriert wie die Profis: Die Miniköche schneiden das Gemüse für die Gazpacho klein.

Ständig rühren: Die Miniköche bereiten eine Paella zu.

Aying – „Sitzt die Kochjacke richtig?“ Angela Inselkammer hilft Valentin (14) in die frisch gestärkte Jacke und knöpft sie zu. „Du musst am Herd ordentlich aussehen“, erklärt die Wirtin dem Jungen. „Nur in einen gepflegten Koch haben die Gäste Vertrauen. Weil sie dann davon ausgehen, dass die Küche sauber ist.“ Mit diesen Worten schickt die Präsidentin des Bayerischen Dehoga-Verbandes Valentin mit den anderen Kindern in die Küche. Zwölf Buben und Mädchen zwischen zehn und zwölf Jahren sind es heute, die im Brauereigasthof in Aying kochen. Sie machen bei den Europa Miniköchen mit. Alle sind sie mit einem Kochkoffer ausgestattet.

Die Europa Miniköche gibt es seit 35 Jahren. Einst gegründet, um bei jungen Menschen die Lust am Kochen zu wecken. Heute sind „wir eine wichtige Institution bei der Berufsorientierungsphase“, sagt Geschäftsführerin Susanne Droux. Die Kinder kommen über einen Zeitraum von zwei Jahren einmal im Monat zusammen. Dabei erhalten sie praxisnahe Einblicke in die Kunst des Kochens und die Gastronomie. Gleichzeitig beschäftigen sich die Heranwachsenden mit den Themen Ernährung, Gesundheit und Umwelt. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Über ganz Europa verteilt treffen sich zurzeit rund 50 Kochgruppen.

In Aying geht es dieses Mal um die spanische Küche. „Wir wissen, was bei dieser Hitze schmeckt“, sagt die Spanierin Carol Morales (32), die in Aying normalerweise bayerisch kocht. Die Rezepte hat sie aus ihrer Heimat mitgebracht. Sie fragt die Kinder: „War jemand schon einmal in Spanien im Urlaub?“ Kopfschütteln ist die Antwort. „Okay, dann lernen wir Spanien jetzt zumindest kulinarisch kennen“, sagt die gelernte Köchin.

Für die Gazpacho müssen die Buben und Mädchen das Gemüse zunächst klein schnippeln. „Scharfe Messer sind da ganz wichtig“, weiß Franziska (13). „Sonst besteht die Gefahr, dass man sich schneidet.“ Sie freut sich, dass sie bei den Miniköchen die richtigen Schnitttechniken gelernt hat.

Bernhard (11) sagt, dass er die Rezepte der Miniköche öfter zu Hause nachkocht. „Das Suppenhuhn hat Spaß gemacht.“ Er will später Metzger lernen. „Da muss man kochen können.“ Für Angela Inselkammer ist wichtig, dass mit den Miniköchen das Interesse am Kochen geweckt wird. „Und vielleicht sehen wir später so manchen als Auszubildenden oder Praktikanten wieder.“

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