Immuntherapie: Tabletten helfen Kindern mit Erdnussallergie

von Redaktion

Erdnüsse finden sich in vielen Produkten. © Evgenij Jakimovich/dpa

Wien – Weltweit hat die Häufigkeit von Erdnussallergien deutlich zugenommen. Auch Kinder sind oft betroffen. Eine Erdnussallergie ist eine der häufigsten und schwersten Lebensmittelallergien. Bereits winzige Spuren können lebensbedrohliche allergische Reaktionen auslösen.

Schwedische Fachleute behandelten laut orf.at nun im Rahmen einer Studie mit einer auf Tabletten beruhenden Immuntherapie 80 Prozent der teilnehmenden Kinder erfolgreich. Immuntherapien gegen mit der Luft transportierte Allergene werden seit mehr als hundert Jahren durchgeführt.

Die Immuntherapie mit Tabletten wurde aber nur „in beschränktem Rahmen für Nahrungsmittelallergien, besonders bei der Erdnussallergie untersucht“, beschrieb ein Team um Susanna Klevebro vom Karolinska Institut in Stockholm in der Zeitschrift „Lancet Regional Health“ die Ausgangslage. Dabei seien Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Probleme häufiger gewesen. Man habe auch öfter Notfallmedikamente bei schweren Nebenwirkungen einsetzen müssen.

Nach der oralen Immuntherapie der schwedischen Fachleute waren 82 Prozent der Kinder anhaltend unempfindlich gegenüber einer Dosis von mehr als 750 Milligramm Erdnussprotein, gab das Team um Klevebro bekannt. In der Gruppe der Kinder ohne Behandlung sei das nur bei zwölf Prozent der Fall gewesen. Im Mittel hätten die Kinder mit Therapieerfolg sogar fünf Gramm Erdnuss-Allergene vertragen. Das wären 18 Erdnüsse „in einem Schwung“. Nebenwirkungen traten laut Studie nur bei 0,7 Prozent der verabreichten Erdnussdosen auf, die meisten davon waren leicht.

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