Wie Sie es schaffen, mit dem Nägelkauen aufzuhören

von Redaktion

Hinter Nägelkauen steckt meist eine eingeschliffene Gewohnheit, die häufig dem Stressabbau dienen soll. © Foto: dpa

Nägelkauen entsteht meist aus Stress oder Langeweile. Ist das Verhalten stark ausgeprägt, kann es Alltag und Gesundheit belasten. Es gibt aber Gegenstrategien.

Was steckt dahinter?

Zu den häufigsten Gründen für Nägelkauen zählen Stressabbau, Langeweile oder auch Lust und Belohnung, wie Steffen Moritz vom Uniklinikum Hamburg-Eppendorf in der Zeitschrift „Apotheken Umschau“ erklärt. Auch die Anlage zu brüchigen Nägeln könne eine Rolle spielen. Anders als manchmal angenommen seien Selbsthass oder Autoaggression hingegen selten eine Ursache für das Verhalten.

Wann wird Nagelkauen problematisch?

Ab und an mal an den Nägeln zu kauen oder Nagelhaut abzuzupfen, ist ganz normales Verhalten und nicht zwingend Zeichen einer psychischen Störung. Bei vielen Menschen ist Nägelkauen schlicht eine fest eingeschliffene Gewohnheit – ein automatisierter Ablauf, der sich oft in Zeiten von Stress oder Belastung entwickelt hat.

Ist die Angewohnheit sehr ausgeprägt und werden die Nägel regelmäßig bis zum Nagelbett abgekaut, kann sich das Risiko für Entzündungen erhöhen. Auch Krankheitserreger können so leichter in den Körper gelangen.

Kann man die Angewohnheit auch selbst überwinden?

Es gibt bewährte Selbsthilfe-Methoden. Zum einen geht es darum, zu verstehen, welche Funktionen das Verhalten erfüllt. Soll es zum Beispiel entspannen oder stimulieren? Im nächsten Schritt kann man sich überlegen, wie sich diese Bedürfnisse anderweitig befriedigen lassen. Etwa mit Tools wie Akupressurringen oder Massagebällen.

Eine spezifische und wissenschaftlich erprobte Technik ist zudem die sogenannte Entkopplung, entwickelt von Steffen Moritz und seinem Team am UKE Hamburg-Eppendorf. Das Prinzip: Die gewohnte Bewegung – etwa die Hand zum Mund zu führen – wird nicht einfach unterdrückt, sondern kurz vor dem Ziel in eine neue Richtung umgelenkt, zum Beispiel zum Ohrläppchen. So soll das automatisierte Verhalten schrittweise verlernt werden. Moritz rät Betroffenen außerdem, immer eine Feile bei sich zu tragen und die Nägel möglichst kurz zu halten.DPA

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