Münster – Der Wolf GW1896m, genannt Milan, soll allein im April 35 Schafe und Lämmer im Kreis Olpe getötet haben. Genetische Untersuchungen hätten außerdem zweifelsfrei nachgewiesen, dass der Wolf seit 2021 in insgesamt 56 Fällen Nutztiere in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gerissen habe. Deshalb gab die Behörde ihn vor gut einem Monat zum Abschuss frei. Doch Naturschützer zogen vor Gericht und bekamen Recht. Das Oberverwaltungsgericht in Münster bemängelt in seiner Entscheidung, dass der Kreis die Interessen von Nutztierhaltern und den Naturschutz nicht ausreichend abgewogen habe. Vor allem hätte der Kreis besser prüfen müssen, ob die Halter ihre Herden nicht auch durch eine bessere Einzäunung oder andere Schutzmaßnahmen vor dem Wolf schützen könnten. Dass der Kreis davon ausgegangen sei, das Tier habe gelernt, Herdenschutzmaßnahmen zu überwinden, sei nicht nachvollziehbar begründet.