KI-Assistenten können bei jeder Produktkategorie und jedem Händler helfen.
So stellt sich die KI Chatbots vor, die beim schnellen Preisvergleichen helfen. © KI-Fotos: Münchner Merkur/Jörg Heinrich
Statt mühsam Suchmaschinen zu durchforsten, Filter einzustellen und dutzende Tabs zu öffnen, reicht beim Einkaufen mithilfe von KI eine einfache Frage in natürlicher Sprache an Chatbots wie ChatGPT, Google Gemini oder Microsoft Copilot. Eine Eingabe wie „Finde eine Soundbar unter 300 Euro mit Bassbox“ genügt. Die KI durchsucht das Netz, vergleicht technische Details und fasst die besten Angebote übersichtlich zusammen.
Wie lässt sich durch den KI-Einsatz konkret Geld sparen? Chatbots glänzen beim schnellen Preisvergleich. Diese Funktion nutzen bereits 48 Prozent der deutschen KI-Shopper. Die Algorithmen spüren versteckte Rabattcodes auf, analysieren Preisverläufe und empfehlen ähnliche, günstigere Alternativen anderer Marken. Außerdem können sie lange Kundenbewertungen blitzschnell zusammenfassen und gefälschte Rezensionen herausfiltern.
Welche Voraussetzungen müssen für den KI-Einkauf erfüllt sein? Das klappt mit jedem internetfähigen Gerät. Nutzerinnen und Nutzer können kostenlose Chatbots direkt im Browser oder als App nutzen. Auch immer mehr Online-Shops integrieren KI-Berater in ihre Suche. Wichtig ist nur ein präziser Textbefehl (Prompt) mit allen Kriterien wie Budget, Größe oder Funktionen.
Welche Risiken lauern? Große Vorsicht ist vor „AI Poisoning“ (Datenvergiftung) geboten. Cyberkriminelle manipulieren gezielt Webseiten, um Suchergebnisse von ChatGPT & Co. zu fälschen. Die KI empfiehlt dann vermeintliche Schnäppchen, die sich als betrügerische Fake-Shops entpuppen. Zudem neigen KI-Modelle zu „Halluzinationen“. Sie erfinden manchmal Rabattcodes oder Produktmerkmale, die gar nicht existieren. Eine eigene Prüfung und vor allem der gesunde Menschenverstand bleiben unerlässlich.
Wie schützen Verbraucher ihre Privatsphäre? Nutzer sollten niemals sensible persönliche Informationen wie Kontodaten, Passwörter oder Wohnadressen in den Chatverlauf eingeben. Denn für den eigentlichen Kauf lenkt die KI in der Regel auf die reguläre Händlerseite um – erst dort sind die persönlichen Daten erforderlich. Generell sollte in den Einstellungen des Chatbots das Speichern und Verwenden des Chatverlaufs fürs KI-Training deaktiviert werden.
Was versteht man unter „Agentic Commerce“? Das ist die nächste Stufe des Online-Handels. Hier agiert die KI nicht mehr nur als Ratgeber, sondern als eigenständiger Software-Agent. Dieser sucht nicht nur Produkte, sondern kann im Auftrag von Kunden verhandeln, Optionen abwägen und den Einkauf komplett autonom abschließen. In den USA laufen bereits Tests, bei denen KI-Systeme auch Zahlungen selbstständig und sicher abwickeln – wenn die Nutzer das möchten.
Wie sieht die Zukunft des Internet-Einkaufs aus? Der klassische Online-Shop wird an Bedeutung verlieren. In wenigen Jahren können persönliche KI-Agenten auf Wunsch den kompletten Haushaltsbedarf managen. Sie erkennen automatisch, wenn Waschmittel oder Kaffeebohnen zur Neige gehen, vergleichen im Hintergrund die tagesaktuell günstigsten Preise und bestellen vollautomatisch zum Bestpreis nach Hause.