Vogelbäder, hier mit Buchfink, täglich reinigen. © Imago
Amseln sind für das Usutu-Virus besonders anfällig und häufig betroffen. © Daniel Karmann/dpa
München – Es ist kein schöner Fund – plötzlich liegt ein toter Vogel im Garten. Äußerlich gibt es keine Anzeichen einer Verletzung, schlägt etwa das gefürchtete Usutu-Virus schon wieder zu? So ist es auch unserer Leserin Inga N. aus Taufkirchen ergangen, die betroffen vor einer toten Drossel stand und in der Redaktion anfragte: „Ich dachte, am Usutu-Virus erkranken hauptsächlich Amseln?“
Eine Rückfrage beim Landesbund für Vogel- und Naturschutz in München ergab, dass dort allein in der vergangenen Woche 15 Mal tote Vögel gemeldet wurden. Ob die Tiere tatsächlich am Usutu-Virus starben, lässt sich jedoch erst mit einer Labor-Analyse zweifelsfrei klären. Der 1959 erstmals in Südafrika isolierte Erreger wird von Stechmücken übertragen und wurde vermutlich mit Zugvögeln eingeschleppt. 2010 wurde es erstmals in Deutschland nachgewiesen und tötet tatsächlich in erster Linie Amseln. Aber auch andere Garten- und Eulenvögel können erkranken und sterben.
Für Menschen ist das Virus nicht gefährlich, dennoch sollten tote Vögel nicht mit bloßen Händen berührt werden. Ob die aktuell gemeldeten Fälle der Beginn eines Massensterbens wie im Jahr 2018 sind, sei jetzt bisher nicht abzuschätzen, so der LBV. Als Vorsichtsmaßnahme wird geraten, Vogelbäder täglich zu entleeren, zu reinigen und dann wieder zu befüllen, damit sich Mücken, die ja das Virus verbreiten, darin nicht weiter vermehren können.
Um die Vorkommen und das Ausmaß der Vogelkrankheit in Deutschland besser zu erforschen, hat das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg eine ungewöhnliche Bitte: Tote Vögel, die offenbar nicht an einer Verletzung starben, können für eine genaue Untersuchung eingeschickt werden. Auf der Homepage des Instituts (www.bnitm.de) ist das Vorgehen detailliert beschrieben. Das Tier soll mit Kühlakkus versehen, weich gepolstert und wasserdicht verpackt und per Post versandt werden. Ganz wichtig: auf einem Zettel Fundort- und Datum vermerken. Versandkosten werden nicht erstattet. Aber jeder Einsender erhält eine Rückmeldung über das Resultat der virologischen Untersuchung. Es besteht auch die Möglichkeit, tote Vögel dem NABU online zu melden und eventuell ein Foto anzuhängen.