Hitze stresst nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche. © IMAGO
Psychische Belastungen durch Hitzewellen werden nach Einschätzung der Psychologin Katharina van Bronswijk bislang unterschätzt. Wenn Temperaturen deutlich jenseits der 30 Grad mehrere Tage anhielten, „versetzt das den Körper und die Psyche in Stress“. Die Konzentration nehme ab, Menschen schliefen schlechter und reagierten häufiger gereizt. Studien zeigten zudem, dass an Hitzetagen die Zahl der Gewaltverbrechen steige und mehr Menschen Suizid begingen. „Das alles sind Hinweise darauf, dass wir bei Hitze schlechter darin sind, uns selbst und unsere Impulse zu regulieren“, sagte van Bronswijk.
Besonders belastend sei Hitze für Menschen mit Erkrankungen wie bipolaren Störungen, Schizophrenien oder Demenzen. Viele Psychopharmaka verschlechterten die Fähigkeit des Körpers, sich an hohe Temperaturen anzupassen.