Hightech-OP im Deutschen Herzzentrum München: Die Herzchirurgen legen einem Patienten Bypässe.
Platz für mehr Operationen: der stillgelegte Sterilisationsbereich wird umgebaut. © Fotos: Elda Dzilic/TUM Klinikum
München – Jeder dritte Todesfall in Deutschland geht auf das Konto einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Im Kampf gegen Volksleiden wie die Koronare Herzkrankheit (KHK), Herzklappenerkrankungen oder Schlagadererkrankungen (Aneurysmen) rüstet das TUM Klinikum Deutsches Herzzentrum weiter auf. Das europaweit renommierte Münchner Spezialkrankenhaus erhält bald zwei neue Hightech-Operationssäle. Darin sollen pro Jahr insgesamt bis zu 1000 zusätzliche Eingriffe vorgenommen werden. Nach Informationen unserer Zeitung segnete der Aufsichtsrat des TUM Klinikums das Großbauprojekt bereits ab. Es ist mit knapp zehn Millionen Euro veranschlagt.
Der politische Hintergrund: Die bayerische Staatsregierung fördert die Universitätsmedizin und Hochschulforschung mit milliardenschweren Infrastrukturmaßnahmen, ein Schwerpunkt liegt in der Landeshauptstadt München. Als einer der Motoren hinter der Hightech-Offensive gilt Wissenschaftsminister Markus Blume. Er trieb auch die Verschmelzung des Klinikums Rechts der Isar und des Deutschen Herzzentrums zum TUM Klinikum voran, die vor zwei Jahren vollzogen wurde. Die Fusion zielte auch darauf ab, Synergien der beiden Klinika zu nutzen.
Genau hier setzt das neue Bauprojekt an. Angestoßen hat es der Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie, Professor Markus Krane. Der 49-jährige Mediziner, der 2023 von der weltberühmten Yale University in den USA zurück nach München gewechselt war, will die OP-Kapazitäten am Herzzentrum massiv erweitern und verstärkt auch Zukunftstechnologien wie Robotik nutzen.
Als der Sterilisationsbereich im Herzzentrum stillgelegt wurde, bot sich ihm eine Gelegenheit zur Hightech-Offensive. Denn der in die Jahre gekommene Sterilisationsbereich hätte mit Millionenaufwand saniert werden müssen. Stattdessen werden die OP-Instrumente nun per Kurierdienst in die zentrale Aufbereitungsanlage im TUM Klinikum an der Ismaninger Straße und anschließend wieder zurück in die Lazarettstraße befördert. Dadurch ist im Herzzentrum eine Fläche von rund 400 Quadratmetern frei geworden. Diese soll künftig zwei hochmoderne Hybrid-Operationssäle beherbergen. „Sie heißen Hybrid-Säle, weil wir darin sowohl klassische Operationen mit der Herz-Lungen-Maschine als auch interventionelle Eingriffe wie das Einsetzen neuer Herzklappen per Katheter vornehmen können“, erläutert Krane.
Im Herzzentrum werden derzeit jährlich etwa 2500 Erwachsene und 500 Kinder operiert. In jedem der beiden zusätzlichen OP-Säle sollen knapp 500 weitere Eingriffe erfolgen. Die Planungen für das Bauprojekt laufen in dieser Woche an. „Wir rechnen mit einem Baubeginn im neuen Jahr und gehen davon aus, dass wir 2029 die ersten Patienten in den neuen Hybrid-Sälen operieren können“, so Krane.ANDREAS BEEZ