Sorgt für Nachwuchs: ein Zuchtfrosch in der Station.
Die Biologen Dennis Wiegard (li.) und Peter Maciej züchten Frösche. © David Ebener/dpa (2)
Höxter – Der Laubfrosch gehört zu den heimischen Arten, die jedes Kind kennt: als altertümlichen Wetterfrosch im Glas oder als verzauberten Prinzen im Märchen. Doch die wenigsten Menschen in Deutschland bekommen ihn zu Gesicht: Laubfrösche können sich gut tarnen und verstecken. Zudem werden sie immer seltener, auch in Bayern kommt er nur vereinzelt vor.
Im nordrhein-westfälischen Höxter wollen Biologen dem Frosch auf die Sprünge helfen. „Wir haben in diesem Jahr mit der Zucht angefangen“, erklärt der Biologe Dennis Wiegard. Um Zuchttiere zu bekommen, müssten Laubfrösche bei der Paarung ertappt werden. Dabei klammert sich das Männchen auf den Rücken des Weibchens. Anders als lautstarke Männchen seien Weibchen sonst kaum zu entdecken. Gemessen an seiner Lautstärke, ist der männliche Laubfrosch so etwas wie der König der Frösche. „Wenn die ihre Schallblase aufhaben, fasst sie circa das gleiche Volumen wie der Rest vom Körper.“ Das Quaken entstehe beim Hin- und Herpumpen von Luft zwischen Lunge und Luftsack.
Wiegard kocht Kopfsalat auf einer Elektroplatte. Er bereitet das Futter für die Kaulquappen zu, die in Wannen schwimmen. Wer Beine hat, rückt in die nächste Klasse auf. Gegenüber stehen Terrarien, dort kleben Mini-Frösche mit ihren Haftscheiben am Glas. Im Gegensatz zu anderen Fröschen klettert der Laubfrosch bei der Jagd nach Insekten auf Bäume und Büsche.
Für das erste Zuchtjahr geht Wiegard von etwa 330 Laubfröschen aus. Ab September gebe es Auswilderungen an Stellen mit guten Überlebenschancen. „Wir wollen aber auf jeden Fall mehr“, steckt er das Ziel höher. Ein größerer Wassertank helfe, dem gewonnenen Laich optimale Bedingungen zu bieten. In der Zuchtstation bleiben im Herbst 30 Zuchttiere zurück – 15 Weibchen und 15 Männchen. Sie überwintern später im Kühlschrank bei 4 bis 6 Grad. Für etwa fünf Monate seien Boxen mit feuchtem Kies und Moos ihr Quartier, bevor sie herausgeholt werden. Mit der Laichsaison ab Mitte April geht es von vorn los.
„Aber kein König ohne Reich“, sagt Biologe Peter Maciej, der die Zuchtstation mitaufgebaut hat. Der Frosch braucht Bäume, Stauden, Gebüsche, Hecken sowie ein Netz von Tümpeln und kleinen Weihern als Laichplätze. Sobald auch nur wenige Fische im Gewässer sind, stirbt der Laubfrosch innerhalb weniger Jahre aus.