Ein Nilkrokodil ruht im Schlamm. © Klaus Blume/dpa
Lyon – Dieser Sommer war in Südfrankreich so heiß, dass in einem Tropenzoo zehn Nilkrokodile natürlich im Sand ausgebrütet wurden. „Es ist das erste Mal, dass wir die Eier nicht nachts in einen Brutkasten legen mussten“, sagte der Leiter der Farm in Pierrelatte, Samuel Martin. Damit ein Nilkrokodil schlüpft, muss sein Ei über drei Monate hinweg bei einer Temperatur zwischen 30 und 32 Grad gehalten werden. Dies sei vor allem ein Hinweis auf den Klimawandel.
Bislang waren in den Sommern die Nächte so kühl, dass die Krokodileier eingesammelt und in Brutkästen gelegt wurden. In diesem Jahr konnten die Eier im Sand bleiben, der durch die häufigen Hitzewellen genügend aufgeheizt war und auch nachts genügend Wärme speicherte.
Die seit 1994 bestehende Krokodilfarm in Südfrankreich ist etwa einen Hektar groß und beherbergt 1200 Tiere, darunter 350 Krokodile. Pierrelatte liegt direkt neben der Atomanlage Tricastin und profitierte jahrelang von dem erwärmten Kühlwasser der Anlage.