Schweinswale als Beifang

von Redaktion

Schweinswale leben in Nord- und Ostsee. © Runge/dpa

St. Andrews – Zufällig zeichneten Meeresforscher der schottischen St.-Andrews-Universität in der Nordsee den Todeskampf eines Schweinswals in einem Stellnetz auf. Sie hoffen nun, daraus einen Alarmmechanismus für die Meeressäuger zu entwickeln. Das Netz war mit einem akustischen System versehen, als sich ein junger Wal darin verfing. Während das Tier versuchte, sich zu befreien, stieß es mehr als 50 Rufe aus. Mehrfach hob es das Netz an, bevor es nach mehreren Minuten schließlich erstickte. Bei den Rufen handele es sich möglicherweise um Notsignale an Artgenossen, schreibt das Team.

„Einen solchen Vorfall detailliert beobachten zu können, führt einem natürlich die harte Realität des Beifang-Problems vor Augen“, so das Forschungsteam. In ihren Erkenntnissen sehen die Experten allerdings auch eine Chance für die Entwicklung von Schutzmaßnahmen, etwa Netze, die Schall reflektieren und dadurch für die Tiere besser wahrnehmbar sind. Auch Netzarten, aus denen sich große und kräftige Tierarten leichter befreien könnten, seien denkbar.

Das Bundesamt für Naturschutz betont, dass solche Fälle auch in der Ostsee regelmäßig vorkommen. „Jedoch wird leider nur ein geringer Teil dieser Beifänge gemeldet“, heißt es.

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