Mit so einem QR-Code, den man per Mail bekommt, aktiviert man die neue eSIM. © Spusu
Großes Foto: ein Paar am Handy. Wer den Vertrag wechseln möchte, sollte zuvor die Netzversorgung prüfen (kleines Foto unten). © Magnific (SymbolFoto), Bundesnetzagentur
Nach über 20 Jahren bei der Telekom erfolgte der Wechsel zum neuen österreichischen Anbieter Spusu nicht aus Unzufriedenheit – sondern weil der Preisunterschied zu den Günstiganbietern einfach zu groß wurde.
Wie viel kann man sparen? In unserem Beispiel jede Menge. Bisher kostete der Telekom-Vertrag 34,95 Euro im Monat für 30 GB. Bei Spusu sind es im Tarif „Legendär“ 12,90 Euro für 80 GB. Ersparnis: 22,05 Euro im Monat, 264,60 Euro im Jahr. Es muss aber überhaupt nicht Spusu sein. Ähnlich günstige Angebote gibt es auch bei anderen Discountern. 5 GB kosten teils nur 4,90 Euro.
Bringt die höhere Datenmenge etwas? Meist kaum. Der Durchschnittsverbrauch lag 2025 in Deutschland bei 8,4 GB im Monat. Die riesigen Datenpakete der Anbieter braucht man im Alltag in aller Regel nicht. Spusu bietet momentan sogar 130 GB für 13,90 Euro – eigentlich viel zu viel. Mehr Reserve kann aber im Urlaub, bei viel Netflix oder bei einem Internetausfall zu Hause praktisch sein.
Wie startet der Wechsel? Zuerst auf der letzten Rechnung das Vertragsende prüfen. In unserem Fall begann der Umzug Mitte Juli, der Telekom-Vertrag lief bis 1. September. Nach Ablauf der Mindestlaufzeit sind viele Verträge ohnehin mit einem Monat Frist kündbar. Die Buchung auf der Website von Spusu dauerte inklusive Identitätsprüfung per kurzem Videocall nur rund zehn Minuten. Kündigung und Rufnummernmitnahme bereitet der neue Provider vor und leitet sie direkt an den alten Anbieter weiter – dem dabei untersagt wird, zur Rückgewinnung Kontakt aufzunehmen. Das erspart nervige E-Mails und Anrufe.
Was bringt eine eSIM? Moderne Smartphones brauchen keine SIM-Karte mehr. Sie laden den Mobilfunkzugang digital. Beim iPhone klappt das seit dem XS und XR von 2018. Der QR-Code für die eSIM von Spusu kam exakt elf Minuten nach Vertragsabschluss per E-Mail. Mit Kamera-Scan und ein paar Klicks wird der neue Zugang eingerichtet. Bis zur Rufnummernmitnahme können alter und neuer Tarif parallel laufen – der bisherige mit der gewohnten, der neue mit einer Übergangsnummer.
Wie läuft die Rufnummernmitnahme? Datum und Uhrzeit werden vorher per E-Mail oder SMS angekündigt. Bis dahin bleibt die alte Nummer erreichbar, es gibt keine Funkstille. In unserem Fall kam fünf Minuten nach der vereinbarten Zeit bereits die Meldung „Rufnummernmitnahme abgeschlossen“. Danach die alte eSIM löschen und die neue erneut per QR-Code aktivieren – nun mit der bisherigen Nummer. Wer keine eSIM nutzt, bekommt die neue SIM-Karte per Post. Gesamter Aufwand im Praxistest für den Wechsel: maximal eine halbe Stunde.
Was sollte man vorher prüfen? Vor allem Netz, Tempo und Extras. Spusu nutzt das Vodafone-Netz und bietet bis zu 200 Mbit/s im Download und 75 Mbit/s beim Hochladen. Bei der Telekom waren es 300/50 Mbit/s. Wichtiger ist der Empfang daheim oder am Arbeitsplatz. Dabei hilft die Mobilfunkkarte der Bundesnetzagentur. Auch Sonderfunktionen vorher klären: Eine zusätzliche eSIM für die Apple Watch bietet Spusu bisher nicht – Discounter wie sim.de oder winSIM schon.