Auf die Leistung blicken

von Redaktion

Zur Berichterstattung über die Geriatrische Rehaklinik Bruckmühl (Regionalteil):

Die aktuelle Berichterstattung über die GRO (Geriatrische Rehabilitation Oberbayern) Bruckmühl wirft für mich eine grundsätzliche Frage auf: Warum werden Probleme, die im gesamten Gesundheitswesen bekannt sind, plötzlich so dargestellt, als wären sie ein besonderes Problem dieser einen Klinik?

Personalmangel, hohe Arbeitsbelastung, Fehler und Dokumentationsmängel gibt es in vielen Kliniken, Pflegeheimen und ambulanten Diensten.

Das ist keine Entschuldigung für Fehler. Aber es ist auch nicht fair, die GRO Bruckmühl so darzustellen, als wäre sie die einzige Einrichtung, in der solche Probleme vorkommen. Wo bleiben die Schlagzeilen über andere Kliniken, Heime und ambulante Dienste, in denen es ebenfalls erhebliche Probleme gibt?

Wo bleibt die öffentliche Diskussion über Einrichtungen, in denen die Arbeitsbedingungen möglicherweise noch schwieriger sind?

Warum wird nicht mit demselben Maßstab berichtet?

Es entsteht der Eindruck, dass die GRO Bruckmühl derzeit besonders stark als Zielscheibe negativer Berichterstattung dient.

Dabei wird aus meiner Sicht zu wenig berücksichtigt, dass die dortigen Mitarbeitenden täglich unter schwierigen Bedingungen arbeiten und trotzdem versuchen, ihre Patienten bestmöglich zu versorgen. Natürlich müssen Fehler angesprochen und aufgearbeitet werden. Aber es ist ein Unterschied, ob man Missstände sachlich untersucht oder eine gesamte Klinik durch wiederholte negative Schlagzeilen zum Problem macht. Das ist weder den Mitarbeitenden noch den Patienten gegenüber fair.

Ich wünsche mir deshalb eine Berichterstattung, die nicht nur fragt, was in der GRO Bruckmühl schiefgelaufen ist, sondern welche Leistungen sie täglich erbringen. Kritik muss erlaubt sein. Aber sie sollte für alle gelten, nicht nur für die GRO Klinik Bruckmühl.

Nana Timber

Halfing

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