Die neun ARD-Anstalten drosseln die Ausgaben für die Betriebsrenten ihrer Mitarbeiter. Wie der Senderverbund am Montag mitteilte, einigte man sich bereits am vergangenen Donnerstag mit drei Gewerkschaften auf eine Reform der Versorgungswerke. Der Vertrag soll im Herbst unterzeichnet werden.
Seit 2013 war darum gerungen worden, heuer im Mai hatten die Tarifparteien einen Durchbruch verkündet. Mehrere Sender hatten die Rückstellungen für die Altersversorgung in den vergangenen Jahren spürbar steigern müssen. Nun soll es für alle Beschäftigten, die seit Jahresbeginn 2017 eingestellt wurden, ein neues Versorgungssystem geben. „Die neue beitragsorientierte Versorgung befreit die Rundfunkanstalten von den Kostenrisiken durch Zinsentwicklung und steigende Lebenserwartung“, hieß es.
Wer länger dabei ist, dessen jährliche Rentensteigerung wird künftig gedrosselt. Bislang fällt sie in allen Sendern noch so hoch wie die Gehaltssteigerung aus. „Künftig werden die Betriebsrenten in zwölf Monaten um einen Prozentpunkt weniger steigen als die Gehälter, aber in diesem Zeitraum auch mindestens um ein Prozent“, hieß es. „Hiermit haben ARD und Deutschlandradio gemeinsam mit den Gewerkschaften eine große Reform realisiert“, bilanzierte die ARD-Vorsitzende Karola Wille, zugleich Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunk (MDR): „Die finanziellen Belastungen durch die Versorgungssysteme werden spürbar verringert. Dies ist ein wichtiger Schritt im Rahmen unseres Reformprozesses und in die Sicherung unserer Zukunft.“
Im vergangenen Jahr waren laut Senderverbund in den Landesrundfunkanstalten und den ARD-Gemeinschaftseinrichtungen 22 711 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Voll- oder Teilzeit beschäftigt. Die meisten Beschäftigten hat demnach der Westdeutsche Rundfunk (WDR) mit 4505 vor dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) mit 4038, dem Südwestrundfunk (SWR) mit 3643 und dem Bayerischen Rundfunk (BR) mit 3639. Den Sendern macht das niedrige Zinsniveau zu schaffen. So muss allein der BR für seine Mitarbeiter und für die Pensionäre laut „Finanzminister“ Jürgen Wieland mittlerweile knapp 950 Millionen Euro auf der hohen Kante haben – fast einen kompletten Jahresetat. bok/rog