Caracas/Washington – Die US-Regierung verhängt gegen Venezuelas sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro Finanzsanktionen. Mögliche Vermögen von Maduro in den USA würden eingefroren und US-Bürgern alle Geschäfte mit ihm verboten, teilte das Finanzministerium am Montag in Washington mit.
Die US-Regierung von Präsident Donald Trump reagiert damit auf die international scharf kritisierte Wahl einer verfassungsgebenden Versammlung vom Sonntag in Venezuela. Trotz blutiger Proteste und Betrugsvorwürfen plant Maduro eine Verfassungsreform, die das Land laut Kritikern in eine Diktatur umwandeln könnte.
8,1 Millionen Bürger beteiligten sich laut der Wahlbehörde an der Wahl von 545 Mitgliedern einer Verfassungsgebenden Versammlung. Die Opposition hatte die Wahl boykottiert und betonte, es hätten in Wahrheit nur rund 2,5 Millionen abgestimmt, es gebe riesigen Wahlbetrug. Die Wahl wurde von zahlreichen Todesfällen überschattet. Nach Angaben der Opposition starben am Wochenende landesweit 16 Menschen, die Generalstaatsanwaltschaft bestätigte zehn Tote.
Wiederholt hat Maduro deutlich gemacht, wie sehr ihn das seit Anfang 2016 von der Opposition dominierte Parlament stört. Erwartet wird, dass die Verfassungsversammlung das Parlament in der jetzigen Form abschaffen und die Gewaltenteilung außer Kraft setzen könnte. Die Opposition fürchtet die Errichtung eines Ein-Parteien-Systems wie in Kuba. Auch die Justiz soll an die Kette gelegt werden.
Maduro hatte zuletzt den Ton verschärft und Trump in Bezug auf Sanktionen gewarnt, „seine schmutzigen Hände“ von Venezuela zu lassen.