Unterhaching – Wenn Manfred Schwabl auf das 3:2 vom Freitag gegen den Karlsruher SC zurückblickt, hat er nicht nur viel Lob für seine Unterhachinger Spieler übrig. Auch das Publikum im Sportpark verdiente sich Bestnoten, sagt der Präsident. 5000 waren da, „Haupttribüne und Südkurve knüppelvoll, sowas setzt am Ende schon noch mal Kräfte frei, großes Kompliment“, so Schwabl. Die Fans gelten in der Branche als der 12. Mann, auch bei der SpVgg. Allerdings gibt es hier zudem noch Orestis Kiomourtzoglou.
Der 19-Jährige besetzt beim Drittliga-Aufsteiger eine kuriose Rolle: Hachings Stammspieler Nummer 12. Trainer Claus Schromm sagte bereits in der vergangenen Saison, der Schlaks sei so dicht an der ersten Elf wie man es nur sein kann. Im defensiven Mittelfeld sei er der erste Nachrücker, sobald sich ein personeller Engpass ergibt. Gegen den KSC nominierte er ihn dann endlich in die Startelf, da Dominik Stahl auf der „Sechs“ ausfiel. Orestis Kiomourtzoglou zeigte an der Seite des überragenden Ulrich Taffertshofer, dass er im letzten Jahr auch am Rande der Stammelf viel gelernt hat. „Er war ausgezeichnet“, lobt Schwabl, „hatte ja auch gleich in der Startphase eine Riesenchance. Das ist für uns mal wieder eine super Geschichte, weil er seit der F-Jugend bei Haching ist und hier jetzt Dritte Liga spielt. Dabei ist er jetzt gerade erst ein Jahr bei den A-Junioren raus.“
Sollte Stahl seine Grippe bis heute Abend nicht abgeschüttelt haben, stünde Kiomourtzoglou im Spiel bei Wehen-Wiesbaden erneut parat. „Orestis hat gezeigt, dass unsere Talente auch in der Dritten Liga mithalten können“, sagt Schwabl. „Taffertshofer hat ihn super geführt, und die Mischung brauchst du auch. Es geht nicht nur mit Jungen, und du kannst genauso nicht nur zaubern, sondern musst gleichzeitig rustikal sein.“ Der Ausfall eines Routiniers treffe ein Team wie Haching natürlich schwer, meint der Präsident, „aber gegen den KSC haben wir gesehen, dass von uns auch etwas von der Bank kommen kann.“ Ein Orestis Kiomourtzoglou als Vertreter von Stahl etwa, oder auch der Siegtorschütze Stefan Schimmer, der in den Schlussminuten eingewechselt wurde. Der Kader sei besser aufgestellt als beim letzten Mal in der Dritten Liga, sagt Schromm. Gegen den KSC zumindest deutete sich das schon mal an.
Dass die Hachinger nach dem Aufstiegsfavoriten KSC nun mit Wehen-Wiesbaden und Fortuna Köln binnen weniger Tage die beiden Tabellenführenden vorgesetzt bekommen, lässt Schwabl kalt: „Erst ab dem zehnten Spieltag ist die Tabelle relevant. Und wir schauen sowieso nicht nur auf die Ergebnisse. Die müssen stimmen, keine Frage. Aber mit einem Auge schauen wir auch immer auf Paradebeispiele wie Orestis.“