Spannungen zwischen USA und Nordkorea

Europa ist gefragt

von Redaktion

In den USA hat das Säbelrasseln zugenommen. Ein Militärschlag gegen Nordkorea gilt zumindest nicht mehr als undenkbar, und einer der führenden „Falken“ auf dem Kapitol – Ex-Präsidentschaftskandidat und Senator Lindsey Graham – sieht sogar schon eine Total-Zerstörung Nordkoreas als mögliche Option. Die leisen Töne des US-Außenministeriums gehen dabei unter.

Als Trost für jene, die nun den Frieden in der asiatisch-pazifischen Region in Gefahr sehen, kann man sagen: Eine militärische Aktion würde massiv den innenpolitischen Interessen Donald Trumps entgehen stehen. Und die lauten: Job-Schaffung, Wirtschaftswachstum und weitere Börsenrekorde, die man dann ungeniert als Erfolg für die eigenen Bemühungen ausgeben kann. Die bisher unbeantwortete Frage in dieser Krise ist: Wo verläuft die „rote Linie“ des US-Präsidenten, bei deren Überschreiten doch das bisher Unvorstellbare in Gang gesetzt werden würde? Niemand kann dies zuverlässig beantworten.

Und gerade deshalb wäre auch die internationale Gemeinschaft – Europa inklusive – gut beraten, den Konflikt nicht den USA allein zu überlassen. Sondern proaktiv zu werden. Ein erster Schritt wäre, Peking klarzumachen, dass das Einfluss-Potenzial Chinas auf Nordkorea noch nicht ausgeschöpft scheint. Nichtstun jedenfalls wäre die schlechteste Alternative.

Friedemann Diederichs

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