222 Millionen für Fußballer Neymar

Nach oben offene Geldskala

von Redaktion

Wenn der Mann das Geld, für das er gerade gehandelt wird, tatsächlich wert sein sollte, müsste uns Deutschen noch nachträglich Angst werden. Wir erinnern uns: Weil ihm ein Chilene im WM-Viertelfinale 2014 brutal in den Rücken gesprungen war, konnte der Brasilianer Neymar im Halbfinale gegen die DFB-Elf nicht auflaufen. Gut: Ob der geniale Stürmer jetzt an der Niederlage grundsätzlich etwas geändert hätte, sei angesichts der für die Brasilianer katastrophalen Dimension von 1:7 mal dahingestellt. Aber das eine oder andere Törchen hätte der Wunderfußballer wohl schon beitragen können. Warum sonst wäre Paris Saint-Germain heute bereit, für ihn sage und schreibe 222 Millionen Euro auf den Tisch des FC Barcelona zu legen?

Obwohl: Kommt das Geld überhaupt vom Verein? Und wenn ja: Wie soll er es jemals refinanzieren?

Fragen über Fragen begleiten den geheimnisumwobenen Transfer. Vermutlich wird man nie erfahren, wie genau der Deal gelaufen ist. Aber, und das lässt aufhorchen: Wenn der Brasilianer mal schnell auf 26 Millionen Euro verzichtet, die ihm in Barcelona von gestern auf heute sozusagen als Treueprämie vertragsgemäß zugestanden hätten, muss die Dimension seiner künftigen Verdienstmöglichkeiten gewaltig sein. Angeblich soll Neymar die Transfersumme sogar selbst finanzieren und dann über seine Funktion als WM-Botschafter Katars dafür entschädigt werden. Weil ja der Saint-Germain-Miteigner zufällig aus dem Emirat kommt und dort bekanntermaßen die Fußball-WM 2022 stattfindet.

Ob der Fußball-Fan in Paris oder sonst wo derlei Geschäftspraktiken nachvollziehen kann, ist die Frage. Muss er aber auch nicht. Womöglich ist er ja schon ganz zufrieden damit, ein kleines Teilchen dieser immer heller funkelnden Welt des Profifußballs zu sein, in der die nach oben offene Geldskala keine Grenzen mehr zu haben scheint.

Womöglich bewegt man sich bald schon nicht mehr in der Hundertmillionen- sondern in der Milliarden-Dimension. Und vielleicht sind es auch nur die Berufs-Schwarzseher, die eine bevorstehende Explosion der Branche Profifußball vorhersagen.

Noch rollt der Ball. Bei Spielern wie Neymar eben ein wenig kunstvoller. Und das rechtfertigt dann scheinbar auch ihren obszön anmutenden Preis.

Artikel 1 von 11