München – Nach anhaltenden Meldungen über Insektizid-belastete Eier hat sich der Discounter Aldi zu einem radikalen Schritt entschieden und sämtliche Eier vorläufig aus dem Verkauf genommen.
Der Deutsche Bauernverband hält das zum jetzigen Zeitpunkt für eine überzogene Reaktion. Angesichts bisheriger amtlicher Risikobewertungen und Untersuchungen deutscher Eier erscheine dies nicht angemessen. Jetzt seien die Behörden in der Pflicht, für Aufklärung zu sorgen.
Susanne Moritz von der Verbraucherzentrale Bayern sagte, aus Sicht des Verbrauchers sei das vorsorgliche Handeln von Aldi zu begrüßen. „Auch wenn sicher nicht alle Eier betroffen sind, ist es besser, kein Risiko einzugehen.“ Die Behörden müssten nun mit flächendeckenden Kontrollen möglichst schnell herausfinden, welche Chargen betroffen sind. Zudem müsse sichergestellt werden, dass belastete Eier nicht weiterverarbeitet würden. „Denn bei Nudeln etwa gibt es keine Kennzeichnungspflicht.“ Der Verbraucher könne hier nicht mehr selbst kontrollieren.
Wie viele Eier in Bayern bereits verkauft wurden, ist unklar. Bisher griffen die Verbraucher nicht zu weniger Eiern als zuvor. „Wir merken nicht, dass weniger gekauft wird“, sagte Bernd Ohlmann, Sprecher des Handelsverbands Bayern am Freitag. Engpässe gebe es nicht. „Das Frühstücks-Ei ist gesichert.“
Die Opposition forderte Staatsregierung und LGL zum Handeln auf. Der SPD-Landtagsabgeordnete Florian von Brunn kritisierte die „zurückhaltende Kommunikationspolitik“ von LGL und Regierung. Die Grünen-Abgeordnete Rosi Steinberger rief das LGL auf, die Lebensmittelhändler zu nennen, die Fipronil-Eier möglicherweise im Angebot hatten. Die Verbraucher müssen auch erfahren, unter welcher Artikelbezeichnung die Eier verkauft wurden. Darüber hinaus müsse das Landesamt Lebensmittel mit erheblichem Ei-Anteil auf Rückstände von Fipronil untersuchen lassen. Das Agrarministerium müsse bei den Hühnerhaltern nachhaken, ob auch hier Fipronil-haltige Desinfektionsmittel eingesetzt wurden.
Bayerns Verbraucherschutzministerin Ulrike Scharf (CSU) sagte, der Sachverhalt solle schnellstmöglich aufgeklärt werden. „Erst dann kann sinnvoll über mögliche Schlussfolgerungen diskutiert werden.“ dg/lby
Diese Eier sind betroffen
Eier mit folgenden Printnummern wurden nach Bayern geliefert und sollten nicht konsumiert werden:
1-NL-4331901 1-NL-4035701 1-NL-4339912 1-NL-4339301 1-NL-4359801 0-NL-4352602 0-NL-4031001 2-NL-4167901 1-NL-4167902 2-NL-4212103 2-NL-4332602 2-NL-4385702 1-NL-4385701 1-NL-4402101