Taunton – Wegen ihrer unheilvollen Rolle beim Suizid ihres damals 18-jährigen Freundes schickt das Jugendstrafgericht in Taunton im Bundesstaat Massachusetts eine junge Frau in den USA für 15 Monate hinter Gitter. Weitere 15 Monate Haft wurden zur Bewährung ausgesetzt.
Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre Haft gefordert. Sie warf Michelle Carter vor, ihren Freund in den Tod getrieben zu haben, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Verteidigung hatte für eine Bewährungsstrafe plädiert.
Das Verfahren hatte Aufsehen erregt. Während des Prozesses wurden hunderte SMS-Nachrichten zwischen dem einstigen Paar ausgewertet. Darin bedrängte Carter ihren unter Depressionen leidenden Freund immer wieder, seine Suizid-Gedanken in die Tat umzusetzen. Roy starb 2014 an einer absichtlich herbeigeführten Abgasvergiftung. An dem Tag war er bis zum Schluss am Telefon mit Carter. Als er im letzten Moment aus dem Wagen flüchtete, befahl sie ihm, die Tat zu vollenden. Der Richter nannte Carters Verhalten „bösartig und gefährlich“. Beide Seite können Berufung einlegen. ap