München – Weniger Studenten haben in Bayern im vergangenen Jahr Bafög bekommen. Rund 72 000 Studenten erhielten die staatliche Förderung, 2015 waren es noch 77 000. Das geht aus den neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor und entspricht in etwa einem Rückgang von sieben Prozent. Dafür bekamen die Studenten im Schnitt etwas mehr Geld: 438 Euro, 16 Euro mehr als 2015.
Bafög soll jungen Menschen den Einstieg ins Studium erleichtern, zum Beispiel Kindern, deren Eltern keinen akademischen Abschluss haben. Deren bundesweiter Anteil ist aber gesunken. 1994 lag er bei 65 Prozent, 2016 nur bei 48.
570 Euro bekamen bayerische Studenten laut einer Studie des Deutschen Studentenwerks im Schnitt von ihren Eltern. Knapp ein Viertel hatte den Eindruck, Vater und Mutter finanziell zu überfordern. 69 Prozent arbeiteten zudem neben dem Studium und verdienten im Schnitt 370 Euro pro Monat. Für ihre Miete gaben die bayerischen Studenten im Schnitt 333 Euro aus, etwas mehr als 2012.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund sieht eine „soziale Spaltung“. Der RCDS warnte vor voreiligen Schlüssen. Der Rückgang der Geförderten in der Gruppe mit bildungsschwachem Elternhaus sei besonders stark, „weil die Einkommen der Eltern infolge der guten wirtschaftlichen Entwicklung gestiegen ist“, sagte der Bundesvorsitzende Jenovan Krishnan (CDU) unserer Zeitung. Er regte eine Anpassung des Bafög an die lokalen Mietpreise an. cd/dpa