Fausers Lächeln

von Redaktion

1860-Geschäftsführer vermeidet Kritik an Mey

Passau – Wenn es heikel wird, dann lächelt Markus Fauser gerne – um sich damit charmant und diplomatisch unangenehmen Fragen zu entziehen. Und so hat der Geschäftsführer des TSV 1860 auch am Samstag gelächelt, als er in Schalding-Heining auf die jüngste Wortmeldung des potenziellen 1860-Investors Gerhard Mey angesprochen wurde. Der Gautinger hatte – nicht zuletzt auch den Verein – mit einem Interview überrascht, in dem er den Bau eines neuen Stadions ankündigte, die Etablierung der Löwen in der Ersten Liga als Ziel ausgab und nicht einmal den Titelgewinn ausschließen wollte. Forsche Töne für einen, der bei Sechzig derzeit ja weder offizielles Amt noch definierte Rolle innehat.

Fest steht andererseits, dass viele im Verein den Milliardär lieber als Hauptgesellschafter sähen als Hasan Ismaik. Und von Fauser schon mehrfach bestätigt worden ist, dass er mit Mey in Verbindung stehe. Eine Situation also, in der es sich nicht ziemt, sich kritisch über Mey zu äußern – auch wenn man eventuell nicht dessen Meinung teilt. Auf die Frage nach dem Interview und darin geäußerten Bundesliga-Ambitionen sagte Fauser somit nur lächelnd: „Wir müssen erst einmal schauen, dass wir eine stabile Mannschaft haben, dass wir eine stabile Regionalligasaison haben. Alles weitere ergibt sich.“ Er hat Mey also weder zugestimmt, noch ihn kritisiert. Ein cleverer taktischer Spagat also.

Fauser propagiert den seriösen, bodenständigen Neuanfang. Meys spektakuläre und wohl auch vorschnelle Aussagen passten da nicht dazu. Das gilt auch für den versprochenen Stadionbau. „Ich habe dazu klar in der Mitgliederversammlung gesagt: Die Zeit wird kommen. Aber es muss wirtschaftlich auf vernünftigen Füßen aufgebaut sein“, sagte Fauser. Klar, dass er dabei lächelte.  gib

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