Im Blickpunkt

von Redaktion

Reschke: „Keine Flucht von Bayern“

Die vier Männer schritten über den Platz, hätte man sie in Cowboy-Outfits gesteckt, hätten sie so entschlossen gewirkt wie bei einem Showdown in der untergehenden Sonne vor dem Rattlesnake-Saloon. Doch auch in ihren Sommeranzügen war die Botschaft klar: Wir stehen zusammen. Das Quartett aus Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge, Jörg Wacker und Jan-Christian Dreesen beglückwünschte Trainer und Spieler des FC Bayern nach dem Sieg im Supercup nach Herzenskräften auf dem Rasen.

Noch vor einer Woche wäre Michael Reschke in die Phalanx eingereiht gewesen, doch der Technische Direktor wurde am Samstag, wenige Stunden vor Anpfiff der Partie in Dortmund, mittels einer Presseerklärung verabschiedet. „Sport1“ versicherte der 59-Jährige, er gehe nicht zum VfB Stuttgart, „weil ich von Bayern weg wollte – sondern weil ich dorthin wollte. Es war definitiv keine Flucht.“ So wirkte es aber, zumindest lässt das Timing Interpretationsspielraum: Am Montag wurde Hasan Salihamidzic als neuer Sportchef eine Ebene über dem Katerplaner installiert, wenige Tage später nahm er nun Abschied. In seiner Mitteilung ließ der Verein, der normalerweise gerne mal mit Details spart, deshalb auch erklären, Reschke habe die Bosse bereits Mitte Juli, vor der Abreise zum PR-Trip nach Asien, über einige interessante Angebote informiert. „Es gibt im Leben Chancen, die man einfach ergreifen, und Herausforderungen, denen man sich stellen muss“, wird Reschke in der Mitteilung zitiert, „die Möglichkeit, Sportvorstand beim VfB zu werden, ist so eine.“ Er fände es „schade“, dass er nun „nicht mehr die Gelegenheit habe, mit Salihamidzic zusammenzuarbeiten. Ich schätze ihn sehr.“ Soso. Reschke war noch bis 2018 gebunden, ab Ende August wird er zu den Schwaben stoßen. Dort unterschrieb er für drei Jahre. Ob er beim VfB Transfers einfädelt, die das Münchner Führungsquartett so fuchsig machen wie eine Schießerei vorm Rattlesnake-Saloon, wird ab sofort eine spannende Geschichte.  awe

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