Unterhaching – Es reichte zwar „nur“ zum 2:2 gegen Fortuna Köln, aber die SpVgg Unterhaching bleibt zuhause eine Macht und hat im Sportpark seit 21 Monaten nicht mehr verloren. Der Drittliga-Aufsteiger verkaufte sich gegen den Tabellenführer glänzend, Trainer Claus Schromm lobte die Qualität der Partie: „Ich glaube, die Zuschauer haben jeden Euro gut investiert.“ Dem konnte Fortuna-Coach Uwe Koschinat nur beipflichten: „Das Spiel war das Eintrittsgeld wert.“
Die Hachinger machten sich das Leben erneut selbst schwer und vergaben im ersten Abschnitt die besten Möglichkeiten, wobei Alex Winkler auch noch Pech mit einem Lattenknaller hatte (18.). Die Gäste aus dem Rheinland machten hinten den Laden dicht und kamen kurz vor der Pause zum schmeichelhaften Führungstreffer durch Daniel Keita-Ruel. Dieses Tor löste aber lebhafte Diskussionen aus. So reklamierten die Hachinger eine Abseitsstellung. Schiedsrichter Wolfgang Stark als Beobachter sah allerdings keinen Regelverstoß: „Ein Hachinger Spieler löste das Abseits auf.“ Das erzürnte den Hachinger Trainer: „Da fehlte dem Unparteiischen jedes Fingerspitzengefühl.“
Leidtragender dieser Situation war dann Ende der lauthals schimpfende Hachinger Präsident Manfred Schwabl, der von Schiedsrichter Pascal Müller von der Bank auf die Tribüne verbannt wurde.
Auch nach der Pause das gleiche Bild: Die Hachinger stürmten, die Kölner konterten und kamen in der 66. Minute zum 0:2 durch Okan Adil Kurt. „Das war ein gefühlter Todesstoß, aber dann bekamen wir das Momentum wieder auf unsere Seite“, sagte Schromm über die Kaltschnäuzigkeit seiner Torjäger. Der eingewechselte Neuzugang Stefan Schimmer (68.) und der Regionalliga-Torschützenkönig Stephan Hain (70.) erzielten den Ausgleich und verwandelten den Sportpark in ein Tollhaus. Nach der zweiten Trinkpause in der 75. Minute kam es dann zum offenen Schlagabtausch, und Hachinger Torhüter Korbinian Müller konnte sich mehrfach auszeichnen.
„Die Mannschaft hat Moral gezeigt, am Ende müssen wir über den Punkt froh sein“, meinte Schromm, der jetzt auf den Pokal-Modus umschalten muss. Am Mittwoch geht es im BFV-Verbandspokal zum Kreisligisten Bruckmühl, am Samstag steht im Sportpark in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokales das Duell gegen den Zweitligisten Heidenheim auf dem Programm. Nach der Hitzeschlacht gegen Köln kündigte Schromm schon mal an: „Wir werden personell etwas rotieren.“