Skopje – Der Ibiza-Urlaub ist vorbei, der Steuer-Ärger verdrängt: Cristiano Ronaldo ist wieder heiß auf Fußball. Nur drei Tage nach seiner Rückkehr aus einer turbulenten Sommerpause greift der Superstar von Real Madrid nach dem ersten Titel der Saison. Gegen Manchester United mit Reals Ex-Coach Jose Mourinho wollen die Königlichen (heute, 20.45 Uhr/ZDF) als zweite Mannschaft in der Geschichte des europäischen Supercups ihren Titel erfolgreich verteidigen.
„Real Madrid ist ein Klub, der immer hungrig auf Pokale ist. Das gilt auch in der neuen Saison“, sagt Trainer Zinedine Zidane vor dem Duell in der mazedonischen Hauptstadt Skopje. Dennoch sollte Ronaldo, der im Sommer neben Confed-Cup-Teilnahme und Gerichtsterminen auch noch die Geburt seiner Zwillinge Mateo und Eva erlebte, nach nur zwei Trainingseinheiten noch geschont werden. Gestern stieg der Europameister dann aber doch ins Flugzeug – zusammen mit Weltmeister Toni Kroos.
Ob Ronaldo von Beginn an spielen wird, ist dennoch fraglich. Sein Doppelpack im Champions-League-Finale gegen Juventus Turin (4:1) hatte Real erst die Tür nach Skopje geöffnet, wo zum traditionellen Saisonstart der Gewinner der Königsklasse auf den Sieger der Europa League trifft. Die erfolgreiche Titelverteidigung gelang seit der offiziellen Premiere 1973 einzig dem AC Mailand (1989, 1990). Real kann den Pokal nun sogar zum dritten Mal in vier Jahren holen.
Die Vorbereitung ging allerdings gründlich schief. Die lange USA-Reise der Madrider endete ohne Sieg, abgesehen vom ebenfalls kaum überzeugenden Erfolg im Elfmeterschießen gegen eine MLS-Auswahl. Auch gegen United musste Madrid ran, die Partie um den „International Champions Cup“ endete 1:1, ehe Manchester im Elfmeterschießen gewann.
Während Real im Sommer in Dani Ceballos von Betis Sevilla und Theo Hernandez von Atletico Madrid vergleichsweise bescheiden einkaufte, schlug United groß zu. Victor Lindelöf von Benfica Lissabon, Nemanja Matic vom FC Chelsea und 100-Millionen-Mann Romelu Lukaku vom FC Everton rissen ein Loch in die Kasse, sollen Mourinho aber bei der Titeljagd helfen. Entsprechend groß sind schon heute die Erwartungen. Zumal Mourinho die 12,2 Kilo schwere Trophäe in seiner umfangreichen Sammlung noch fehlt.
„Ich habe das schon so oft erlebt. Ich habe Porto verlassen, zwei Monate später bin ich in der Champions League auf sie getroffen. Ich habe Chelsea verlassen, kurz danach habe ich mit Manchester United gegen sie gespielt“, sagte Mourinho im exklusiven UEFA-Interview und betonte: „Ich sehe bei Real nicht meinen Ex-Klub, sondern den heutigen Verein – also den Gewinner der Champions League. Das ist für uns Motivation genug.“ sid