München – Beim FC Bayern fasste er nie Fuß, obwohl die Münchner ihn für 2,5 Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach losgeeist hatten. Sinan Kurt, damals gerade mal 18, tut sich auch mit 21 bei Hertha BSC weiterhin schwer, seinem Ruf als Riesentalent gerecht zu werden. Berlins Trainer Pal Dardai fand zum Abschluss des Trainingslagers in der Steiermark drastische Worte. „Er soll seinen Arsch bewegen“, sagte er über den ehemaligen Bayern.
„Wenn du einen jungen Spieler immer wieder motivieren musst und ihm immer wieder über Mentalität vorheulen musst, haben wir ein Problem“, schimpfte der Ungar. Erst allmählich, so sein Eindruck, habe der Offensivmann begriffen, dass die Hertha seine letzte Chance ist, im Profifußball durchzustarten. „Jetzt hat er angefangen, sich richtig zu bewegen – aber warum muss ich ihm das denn immer wieder sagen?“
Dardai hatte Kurt schon einige Male gemaßregelt, unter anderem Übergewicht nach dem Urlaub angeprangert. In der vergangenen Saison kam er nur zwei Mal in der Bundesliga zu Einsatz, beim FC Bayern reichte es einst sogar bloß zu einem 45-minütigen Gastspiel unter Pep Guardiola. Die Münchner hatten große Erwartungen in Kurt gesetzt, für kein anderes Talent überwiesen sie jemals auch nur ansatzweise so viel Geld. Doch er enttäuschte auf ganzer Linie, und ein Helikopterflug mit ein paar Kumpels signalisierte ihnen dann eindeutig: Der ist zu abgehoben. awe