von Redaktion

Klara ist eine gute Märchenquakerin: Wenn meine Entenfreundin etwas nicht weiß, erfindet sie manchmal eine Erklärung. Sie ist so gut darin, dass sie irgendwann selbst an ihr Geschnatter glaubt. „Es kann gar nicht anders sein!“, quakt sie dann. „Oder wie soll es denn sonst sein? Hast du eine bessere Erklärung?“ Wenn ich mit dem Kopf schüttle, ist für Klara die Sache klar – und oft bekommt ihre Geschichte dann Flügel: Sie wird also weitergeschnattert und viele Enten halten Klaras Märchen bald für eine Tatsache. So ähnlich war das wohl auch vor vielen tausend Jahren. Damals wurde das Märchen vom „Zahnwurm“ geboren. Denn schon damals fragten sich die Menschen, warum ihre Zähne so oft Probleme machten. Sie sahen kaputte Stellen und Löcher wie bei einem Apfel und vermuteten, dass ein gefräßiges Tier der Übeltäter ist: der Zahnwurm. Den hatte zwar niemand gesehen. Aber es klang, als könnte das wirklich stimmen. Der Glaube an den Zahnwurm hielt sich hartnäckig, bis noch vor etwa 100 Jahren. Es gab sogar Leute, die den Zahnwurm einfingen. Sie füllten den löchrigen Zahn dazu mit einem Mix aus Mastix-Harz und zerkleinerten Samen des Bilsenkrauts. Manchmal waren noch ganze Samen darunter. Keimten diese im Zahn aus, sah das aus wie ein kleines Würmchen. Das wurde herausgezogen und der Patient hielt sich für geheilt. Eure Paula

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