Nun greifen Autohersteller tief in die Kassen, um möglichst viele Autos, die erst ein paar Jahre alt sind, möglichst schnell zu verschrotten. Die Aktion ist verständlich. Denn sie müssen alle Register ziehen, um den Grenzwert für Stickoxide überall in Deutschland zu unterbieten – und Fahrverbote zu vermeiden. Sie ist aber kompletter Unfug.
Schon der Grenzwert (leider geltendes Recht) ist ein schlechter Scherz. Seine Grundlage ist die Vermutung, dass Stickoxide in einer Konzentration, in der sie für sich genommen völlig harmlos sind, nach chemischen Veränderungen schädlich werden könnten. Oder sie werden durch die Komplizenschaft anderer Schadstoffe scharf. Das ist wenig Wissen und zu viel Glauben für einen Eingriff in Grundrechte. Zumal viele Schadstoffe, um die es dabei geht, kaum mehr vorkommen – dank einer Umweltpolitik der Vergangenheit, die tatsächlich für bessere Luft sorgte.
Dann die Verschrottungsorgie: Weiß denn keiner mehr, dass die Produktion und die Entsorgung für einen Großteil der gesamten Umweltbelastung eines Fahrzeugs stehen? Wer ein Auto länger fährt, sorgt in nahezu jedem Fall trotz schlechterer Abgaswerte für eine bessere Ökobilanz. Es galt einmal als ökologisch, diese größeren Zusammenhänge zu erfassen. Unseren aktuellen Umweltgurus und ihren leichtgläubigen Jüngern ist so etwas völlig egal. Ohne hinderliche Skrupel laufen ihre Geschäfte einfach besser.
Martin Prem
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