London – Caster Semenya ist von der Testosteron-Debatte um hyperandrogene Leichtathletinnen zunehmend genervt. „Ich habe keine Zeit für Unsinn. Ich bin eine Athletin“, sagte die Südafrikanerin, nachdem sie in London WM-Bronze über 1500 m gewonnen hatte. Die 800-m-Olympiasiegerin muss sich stets Fragen nach ihrem Geschlecht gefallen lassen. Die Diskussion über Semenya hatte vor der WM erneut an Fahrt aufgenommen, nachdem der Weltverband IAAF Anfang Juli eine Studie veröffentlicht hatte, die belegt, dass Frauen mit hohen Testosteron-Werten wie Semenya in einigen Disziplinen Vorteile im Bereich von 1,8 bis 4,5 Prozent haben.
Der Sportgerichtshof CAS hatte 2015 eine IAAF-Regel zum Hyperandrogenismus ausgesetzt und wissenschaftliche Beweise dafür gefordert, dass hyperandrogene Athletinnen einen deutlichen Leistungsvorteil haben.
Semenya muss derzeit ihr Testosteron-Niveau nicht künstlich senken – dies könnte sich nach der WM wieder ändern. „Ich denke nicht darüber nach, was in acht Monaten passieren könnte“, sagte Semenya, die am letzten Tag der WM am kommenden Sonntag Gold über 800 m gewinnen will. sid