Kenia

Weitgehend friedliche Wahlen

von Redaktion

Enges Rennen um Präsidentschaft – Insgesamt 16 000 Kandidaten

Nairobi – Die mit Spannung erwarteten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Kenia sind gestern ohne größere Zwischenfälle zu Ende gegangen. Die Abstimmungen seien weitestgehend friedlich verlaufen, teilte der Polizeichef nach der Schließung der Wahllokale mit. Allerdings hatten der Wahlkommission zufolge einige Wahllokale, vor allem im Nordwesten, wegen schlechten Wetters zunächst nicht öffnen können.

Die Lage in dem ostafrikanischen Land war angespannt. Die beiden Favoriten der Präsidentschaftswahl, der amtierende Staatschef Uhuru Kenyatta von der Jubilee Partei und sein Herausforderer Raila Odinga vom Parteienbündnis Nasa, hatten sich bis zuletzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Beobachter hatten während oder nach den Wahlen Unruhen befürchtet. Nach den vorletzten Wahlen 2007 hatte es Ausschreitungen gegeben, bei denen mehr als 1000 Menschen starben und rund 150 000 flohen.

Neben dem Präsidenten und beiden Kammern des Parlaments stimmten die Kenianer in den 47 Verwaltungsbezirken des Landes auch über neue Gouverneure und Regionalvertretungen ab. Rund 19,6 Millionen Wähler registrierten sich. Die Ergebnisse müssen laut Verfassung binnen sieben Tagen veröffentlicht werden. Angesichts von 16 000 Kandidaten werde es viele Verlierer geben, sagte Kagwiria Mbogori von der Kenianischen Menschenrechtskommission. „Lasst Kenia wegen eurer Enttäuschung nicht brennen.“

Kenia ist in Afrika politisch und wirtschaftlich bedeutend. Das Land, etwa eineinhalbmal so groß wie Deutschland, hat 48 Millionen Einwohner. Etwa 70 Prozent sind Christen, 20 Prozent Muslime. Obwohl Kenia im ostafrikanischen Vergleich als volkswirtschaftlich sehr leistungsfähig gilt, insbesondere wegen des Tourismus, leben geschätzt 44 Prozent der Einwohner unter der Armutsgrenze.  dpa

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