Die Angst vor sozialem Abstieg ist laut einer Studie ein Hauptgrund, die AfD zu wählen. Der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in Berlin zufolge sind Unzufriedenheit mit der eigenen Lebenslage, Zukunftssorgen und das Gefühl eines Kontrollverlusts die wichtigsten Antriebe – unabhängig vom tatsächlichen Einkommen. Ein weiteres Motiv sei die „subjektive Ohnmacht gegenüber der Politik“. Mit 40 Prozent innerhalb der AfD-Wählerschaft sind Menschen mit einfacher Bildung überdurchschnittlich stark vertreten. Personen mit Hochschulreife (elf Prozent) oder akademischer Ausbildung (13 Prozent) sind im Vergleich aller Wahlberechtigten unterrepräsentiert. Der Verdienst hat laut der Studie dagegen keinen signifikanten Effekt auf die AfD-Zustimmung. Sie sei kein Phänomen „besonders einkommensschwacher Lebensverhältnisse“. Insgesamt sei ein Wertewandel in der Gesellschaft zu beobachten: „Verantwortung für sich“, „Nationalbewusstsein“ oder „Recht und Ordnung“ würden heute stärker gewichtet als vor elf Jahren. „Religiosität“ oder „Leistungsorientierung“ verloren in der Befragung an Zustimmung.