Jede Woche beantwortet ein Oberbayer Fragen rund um seine Heimat. Stefan Hartmann, 39, lebt mit seiner Frau Gerti, 38, und seinen Kindern Maximilian, 11, und Magdalena, 9, in Oberndorf, einem Ortsteil von Ebersberg. Seine Heimat und die Kirche im Dorf liegen ihm am Herzen.
-Ortsteil von Ebersberg, das hört sich fast so an, als ob Oberndorf recht städtisch wäre…
Nein, überhaupt nicht. Oberndorf ist ein kleines Dorf mit rund 150 Einwohnern, das schön auf einem Hügel gelegen ist. Bis Ebersberg sind es zwei Kilometer. Wir wurden 1974 eingegliedert, bis dahin war Oberndorf eine eigenständige Gemeinde mit eigenem Bürgermeister.
-Sie genießen also die Vorteile vom Dorfleben und sind trotzdem schnell in der Stadt?
Genau. In Oberndorf kennt jeder jeden. Wir haben eine gute Gemeinschaft, ein lebendiges Vereinswesen mit Burschen- und Dirndlverein, Feuerwehr, Landjugend, Frauengemeinschaft und Krieger- und Soldatenkameradschaft. Und eine gute Kirchengemeinde.
-Wo sind Sie aktiv?
Ich bin bei der Feuerwehr und Beisitzer bei der Krieger- und Soldatenkameradschaft. Außerdem bin ich Mesner. Das Amt hab ich nach dem Tod meines Vaters 2010 übernommen. Meine Kinder sind beide Ministranten.
-Hat Oberndorf eine schöne Kirche?
Unsere St. Georgskirche ist wunderschön, mit prächtigen Deckengemälden. Sie müsste nur außen renoviert werden, das Dach und die Fassaden. Da warten wir leider noch immer auf einen Zuschuss vom Ordinariat.
-Und einen eigenen Pfarrer haben Sie auch?
Wir haben einen Pfarrer im Ruhestand: Heinrich Kurz, der mit 91 Jahren immer freitags die Werktagsmesse feiert. Er war ein Studienfreund von Joseph Ratzinger, der 2005 zum Papst Benedikt XVI. ernannt wurde. Wir gehören zum Pfarrverband Steinhöring. Der Pfarrvikar aus Steinhöring und Pfarrer Josef Riedl aus Ebersberg helfen auch bei uns aus.
-Wo ist der schönste Fleck in Oberndorf?
Am Pfarrhaus. Es ist am höchsten gelegen, von dort oben sieht man ins Ebrachtal mit seiner Hügellandschaft.
-Was können Sie Fremden noch empfehlen?
Wir haben ein gutes Wirtshaus, den Gasthof Huber. Ein Familienbetrieb mit gutem Essen. Viele feiern da ihre Hochzeit, unsere Vereine halten dort ihre Treffen ab, es gibt auch Fremdenzimmer, die besonders ausgebucht sind, wenn in München eine Messe stattfindet. Bei einem Sonntagsausflug könnte man die Einkehr mit einer Wanderung um den Egglburger See verbinden.
-Warum leben Sie gerne in Oberndorf?
Ich bin hier geboren, das ist einfach meine Heimat. Aufgewachsen bin ich auf dem Bauernhof meiner Eltern, den mein Bruder übernommen hat. Wir haben 2006 ein Einfamilienhaus am Ortsrand gebaut. Ich werde nimmer von hier weggehen.
Interview: Aglaja Adam
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