Stuttgart – Der frühere Drogerieunternehmer Anton Schlecker hat in den Jahren vor der Insolvenz zahlreiche Grundstücke an seine beiden Kinder Meike und Lars übertragen. Dies sagte der Chef-Ermittler in dem Prozess am Freitag vor dem Stuttgarter Landgericht aus. Auch an seine Frau Christa seien Grundstücke gegangen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 72-Jährigen vorsätzlichen Bankrott vor. Er habe absichtlich Bestandteile seines Vermögens, das im Falle einer Insolvenz den Gläubigern zugestanden hätte, beiseitegeschafft. Laut Anklage soll Schlecker so Vermögen vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt und mehr als 20 Millionen Euro in vielen Einzelbeträgen gesichert haben.
Schlecker hatte Anfang 2012 Insolvenz angemeldet. Die Staatsanwaltschaft ist der Auffassung, dass der Firma spätestens Ende 2009 die Zahlungsunfähigkeit drohte und der Gründer darüber im Bilde war. Schlecker wies die Vorwürfe in der Vergangenheit zurück. Der Chef der Ermittlungsgruppe „Watte“ sagte, dass er seinen Kindern auch einen Tennisplatz geschenkt habe und seinem Sohn eine Wohnung in Berlin kaufte und renovierte. Letzteres summierte sich auf rund zwei Millionen Euro. Seine beiden Kinder werden in dem Verfahren der Beihilfe beschuldigt. dpa