Nils Staehler leitet seit 17 Jahren die Redaktion des Heimwerker-Magazins „selbst ist der Mann“ (Auflage: 65 000). Im Interview erklärt Staehler den jüngsten Boom der Branche – und wovon man besser die Finger lassen sollte.
Fußboden, Bad, Gartenhäuschen – immer mehr Menschen betätigen sich als Heimwerker. Haben Sie eine Erklärung?
Zum einen hängt das mit steigenden Kosten für Profi-Handwerker zusammen. Häufig ist es zudem schwierig, rasch einen Termin zu kriegen. Zum zweiten gibt es momentan kaum Zinsen auf erspartes Geld – viele Menschen investieren deshalb lieber in ihr Eigentum.
Welche Rolle kann dabei ein Magazin für Heimwerker spielen?
Wir bieten detaillierte Anleitungen mit Step-by-step-Fotos. Die Leute wissen so ganz genau, wie sie ein perfektes Ergebnis erzielen.
Gibt es Dinge, von denen man besser die Finger lassen sollte?
Alle Bereiche, bei denen es um Gewährleistung geht. Heizungsanlagen, Stromanschluss im Sicherungskasten, solche Dinge. Auch bei einem Dachfenster sollte man professionelle Hilfe haben. Da muss man schon ordentlich Ahnung haben, um diese Dichtungsarbeiten sachgemäß auszuführen.
Wenngleich der Reiz groß ist, gleich das ganze Haus selbst zu machen…
…das ist natürlich so. Aber wenn es blöd läuft, haben Sie nachher große Probleme mit der Versicherung.
Ihr Magazin feiert dieses Jahr 60-jähriges Bestehen – und heißt immer noch „selbst ist der Mann“. Wie finden das eigentlich die heimwerkenden Frauen?
Der Name ist insofern zeitgemäß, als dass es sich um eine eingetragene Marke handelt. Versuche mit „selbst ist die Frau“ sind schon vor vielen Jahren gescheitert. Unser Online-Auftritt heißt dagegen nur „selbst.de“ – und wird zu 45 Prozent von Frauen besucht. Zum Vergleich: Das gedruckte Heft wird zu 90 Prozent von Männern gekauft.
Erinnern Sie sich an eine besonders kuriose Leser-Anekdote aus den vergangenen Jahren?
Einer hat mal tatsächlich behauptet, sich mit einem Dremel die Zähne selbst behandelt zu haben. Das ist so ein kleines, hochdrehendes Gerät. Ich persönlich möchte mir das nicht bildlich vorstellen.
Interview: Maximilian Heim