Frauen studieren, Frauen arbeiten, Frauen bekommen Quoten und Frauen verarmen im Alter. Während die Politik über Frauen in Führungspositionen debattiert, landen immer mehr in der Altersarmut. Die Rente, die sie erhalten, reicht kaum zum Leben. Was haben Frauen von Abitur, Ausbildung und Studium, wenn sie nach Heirat und Kindern in Rollenklischees fallen, die ihre Großmütter lebten? Fakt ist, es muss sich etwas ändern. Für viele Frauen schwierig, aber machbar: Sie können Risiken absichern, für das Alter vorsorgen und Vermögen aufbauen.
Risikoabsicherung
Viele denken nicht daran, sich zu fragen: Was wäre, wenn ich einen Schaden verursache und finanziell dafür geradestehen muss? Oder wenn ich plötzlich ein Pflegefall bin? Was, wenn ich berufsunfähig werde? Vor Altersvorsorge und Vermögensbildung steht die Risikoabsicherung. Viele beworbene Policen sind unnötig. Doch zwei Versicherungen, die vor dem finanziellen Ruin schützen, sollte jede Frau haben: Haftpflicht- und Berufsunfähigkeitsversicherung. Eine leistungsstarke Haftpflichtversicherung gibt es ab fünf Euro im Monat, eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab monatlich 40 Euro.
Eventuell interessant ist zusätzlich eine Pflegezusatzversicherung. Eine heute 30-jährige Frau zahlt rund 20 Euro pro Monat in eine Pflegetagegeldversicherung. Bekommen wird sie im Versicherungsfall 50 Euro pro Tag (in der höchsten Pflegestufe).
Altersvorsorge
Frauen sollten überschlagen, wie viel Geld sie im Monat zur Seite legen könnten. 25 Euro, 50 Euro? Zahlt eine 25-Jährige 50 Euro im Monat in eine private Rentenversicherung ein, kann sie auf eine monatliche Zusatzrente von rund 300 Euro oder eine einmalige Kapitalauszahlung von 85 000 Euro kommen. Entsprechende Konditionen gibt es etwa bei der Basler Versicherung, der Nürnberger Versicherungsgruppe oder bei Hanse Merkur.
Eigentlich nicht schlecht: 50 Euro monatlich für die Risikoabsicherung plus 50 Euro Beitrag für die private Rente machen unter dem Strich 100 Euro für ein „Sorglos-Paket“.
Riester & Co.
Ja, es gibt Kritik an Riester, Rürup & Co. Aber wenn der Staat etwas verschenkt, empfiehlt es sich, zumindest einmal darüber nachzudenken. Für Mütter zum Beispiel über das „Riestern“. Der Staat bezuschusst Riesterverträge pro Kind mit 300 Euro (185 Euro für bis Ende 2007 geborene Babys). Dazu kommt die jährliche Grundzulage von 154 Euro. Für eine Mutter mit zwei Kindern sind das 15 080 Euro an staatlichen Zulagen. Rentenversicherung, Banksparplan, Fondssparplan oder Wohn-Riester: Frauen können wählen, welches Modell zu den Zukunftsplänen passt.
Vermögensaufbau
Sind Risikoabsicherung und Altersvorsorge geregelt, können Frauen beginnen, ein eigenes Vermögen anzusparen. Das geht bereits mit relativ wenig Geld. Eine Möglichkeit sind ETFs. Das Kürzel steht für Exchange Traded Funds. Auch wer keine Ahnung von der Börse hat, kann mit solchen Fonds in dem Geschäft mitmischen. ETFs bilden Börsenindizes nach, etwa den Dax. Sie streuen das Geld in eine Vielzahl von Wertpapieren, das Verlustrisiko ist daher gering.
Für Frauen bieten sich Fonds-Sparpläne an. ETF-Sparpläne gibt es ab 50 Euro pro Monat. Consorsbank oder Comdirect bieten Sparpläne auch schon ab 25 Euro. Die Erwerbskosten werden oft prozentual abgerechnet. Die Consorsbank verlangt 1,50 Prozent vom Ordervolumen, aber es gibt auch kostenfreie. Die Commerzbank berechnet 2,50 Euro Grundgebühr plus 0,25 Prozent vom Kaufwert. Interessant auch die DKB, die generell nur 1,50 Euro pro Sparplan-Order kassiert. Das macht aufs Jahr gesehen gerade mal 18 Euro Kaufgebühr – egal wie hoch die Sparrate ist.
Wer Monat für Monat so 70 Euro anlegt, kann in zehn Jahren eine fünfstellige Summe auf der hohen Kante haben – eine durchschnittliche Rendite von zumindest sechs Prozent vorausgesetzt. Das bedeutet: mehr als 2000 Euro Gewinn.
Job-Pause
Staatliche Rente bekommt, wer arbeitet und in die Rentenkasse einzahlt. Für das Kind eine Job-Pause einzulegen, ist wunderbar. Aber Mütter sollten das „Morgen“ nicht aus den Augen verlieren. Vor der Elternzeit sollte eine Frau ihre Rückkehr mit dem Chef bereden. Wichtig: Nebenabreden und Absprachen gilt es, schriftlich zu treffen. Während der Job-Pause ermöglichen WLAN und Laptop flexible Lernzeiten zur Weiterbildung. Ein Sprachkurs, eine Weiterbildung bei der IHK oder eine PC-Schulung sind auch mit Baby von daheim aus machbar. Je mehr Qualifikationen den Lebenslauf schmücken, desto größer die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und bei der nächsten Gehaltsverhandlung.
Ausführliche Informationen zu diesem Thema gibt es auf perspektive-wiedereinstieg.de, einem Portal, das das Bundesfamilienministerium eingerichtet hat.
Weitere Informationen
gibt es unter der Fax-Abrufnummer 09001/25 26 65 53 (1 Minute = 0,62 Euro) bis 8. September. Das Fax-Gerät auf „Polling“ oder „Sendeabruf“ stellen, Fax-Service-Nummer wählen und Starttaste drücken. Kein Fax? Dann senden Sie einen mit 0,85 Euro frankierten Rückumschlag plus 1,45 Euro in Briefmarken unter dem Stichwort „Frauen, Geld und die Zukunft“ an: Versandservice, Lerchenstraße 8, 86938 Schondorf