Osnabrück – Sportdirektor Jens Todt flüchtete mit versteinerter Miene, die Spieler wurden vor den Fans gnadenlos ausgepfiffen: Als die Pokal-Blamage des Hamburger SV beim VfL Osnabrück perfekt war, konnte auch DFB-Präsident Reinhard Grindel keinen Trost mehr spenden. Auf dem Weg in die Kabine beachteten die niedergeschlagenen Profis nach ihrer peinlichen 1:3-Niederlage beim Drittligisten trotz 72-minütiger Überzahl den auf den Platz eilenden Grindel nicht.
Eine Woche vor Saisonstart in der Bundesliga ist schon wieder Feuer unterm Dach. Von einer sorgenfreien Saison, die sich Trainer Markus Gisdol so sehnlichst gewünscht hatte, scheint der Klub weit entfernt. „Warum es immer dem HSV passiert, kann ich auch nicht sagen“, sagte Gisdol: „Wir hatten gefühlt 80 Prozent Ballbesitz. Unser Passspiel war aber unsauber und die wenigen Chancen des Gegners haben wir schlecht verteidigt. Nach der Roten Karte waren wir in der Defensive nicht mehr konsequent genug.“ Auch die Spieler haderten mit ihrer schwachen Leistung. „Wenn man vorn seine Chancen nicht nutzt, wird man hinten bestraft. Das Hauptproblem war, dass wir es nicht geschafft haben, nach dem Rückstand ruhig weiterzuspielen. Uns fehlt die Selbstverständlichkeit, ein Tor zu schießen. Wir müssen mehr unser Glück erzwingen“, sagte Andre Hahn nach der Pleite bei aufopferungsvoll kämpfenden Niedersachsen, die in Liga drei nach vier Begegnungen noch sieglos sind.
Das von den 16 000 Zuschauern an der ausverkauften Bremer Brücke bejubelte Führungstor gelang Mannschaftskapitän Halil Savran in der 39. Minute. Marc Heider nach einem sehenswerten Konter (61.) und der Ex-Hamburger Ahmet Arslan (71.) legten für die nach Rot gegen Marcel Appiah (18./Notbremse) in Unterzahl spielenden Gastgeber nach. Bobby Wood konnte per Foulelfmeter (74.) für die einfallslosen Hamburger nur noch verkürzen. „Wir haben überragend gekämpft. Der Sieg bedeutet uns sehr viel“, sagte Savran. sid