Wir Enten machen gerne Ausflüge – wenn es heiß ist, kühlt uns der Flugwind. „Lasst uns in die Berchtesgadener Alpen fliegen“, quakte meine Entenfreundin Agnes. „Dann können wir alle den riesigen Stein ansehen, der dort zu meinen Ehren aufgestellt worden ist.“ Klara blieb der Schnabel offen stehen. „Warum sollte jemand für so ein G’scheithaferl wie dich einen Stein aufstellen?“ Ich griff ein, bevor sich die beiden wirklich in die Federn bekommen konnten. „Ach, Agnes meint wohl die ,Steinerne Agnes‘“, quakte ich. „Die gibt’s wirklich! Lasst uns hinfliegen.“ Die Steinerne Agnes ist ein Felsen am Dreisesselberg. Er hat eine ziemlich auffällige Form. Ich finde, er sieht tatsächlich ein wenig aus wie eine sitzende Ente, die den Hals hochträgt und einem den Schnabel entgegenstreckt. Darum passt der Name eigentlich ganz gut. Aufgestellt hat den Felsen allerdings niemand. Und da war auch kein Zweibeiner, dem meine Freundin Agnes Modell sitzen musste. Die komische Form des Felsens ist einfach so entstanden, durch Wind und Wetter. Die Steinerne Agnes ist daher ein „Geo-Wunder“. Die Vorsilbe „geo“ kommt übrigens aus dem Griechischen und heißt „Erde“. Kürzlich wurden 77 außergewöhnliche Steine zu solchen „Geo-Wundern“ erklärt. Eine davon ist die Steinerne Agnes. In Bayern gibt es insgesamt 14 Geo-Wunder. Jetzt in den Ferien haben wir Enten Zeit, sie alle zu besuchen. Eure Paula