Garmisch-Partenkirchen – Natürlich war auch das ein Thema bei dem Eishockey-Einladungsturnier in Garmisch-Partenkirchen: Wie wäre es gewesen, wenn die eine Mannschaft von Red Bull (Salzburg) sich mit der anderen (München) hätte messen müssen? Dazu kam es nicht, weil die österreichischen Bullen ihr Halbfinale verloren und die deutschen das ihre gewannen. Michael Wolf, der Kapitän des EHC München, fand, dass das die bessere Lösung war. „Das ist jetzt meine Meinung“, schickte er voraus (wohlwissend, dass es nicht die des Konzerns ist), „Red Bull gegen Red Bull muss nicht sein“. Nicht jetzt jedenfalls. „Lieber im Finale der Champions League.“
Tatsächlich sind beide Klubs für den europäischen Wettbewerb (mit fortan 32 statt wie bisher 48 Vereinen) qualifiziert. Doch ob Salzburg, mittlerweile gecoacht vom ehemaligen deutschen Bundestrainer Greg Poss, das Zeug dazu hat, international weit zu kommen? Eher nicht. Beim Vierer-Turnier im Garmisch-Partenkirchner Olympia-Eissportzentrum wurde Salzburg Letzter (verlor das Spiel um Platz drei gegen den SC Bern 1:3). Den Münchnern hingegen ist eher zuzutrauen, dass sie in der Champions League, die für sie schon am Freitag in einer Woche beginnt, was reißen. Die Ergebnisse beim Salute-Turnier waren eine Ansage: 7:2 gegen den SC Bern, den Schweizer Meister, 5:2 im Finale (Tore: Seidenberg 2, Jaffray, Macek, Pinizzotto) gegen Sparta Prag, den 2017er-Finalisten der Champions Hockey League.
Der EHC spielte einfach in seiner Meisterform (2016, 17) weiter. Personell hat sich nicht viel verändert. „Mit Patrick Hager haben wir das Beste bekommen, was als Mittelstürmer auf dem deutschen Markt zu haben war“, lobte Michael Wolf den Neuen im Angriff. Der Ex-Kölner (aufgewachsen in Rosenheim) schmeichelte zurück: „Wenn ich hier mit Michi, dem besten deutschen Außenstürmer, zusammenspielen darf. . .“ In einer Reihe tauchten Hager und Wolf (noch) nicht auf, vorläufig sind Dominik Kahun und Andy Eder Hagers Nebenleute.
In der Abwehr haben der Däne Markus Lauridsen und der Iserlohner Deutschkanadier Ryan Button ihren Coach Don Jackson in den Garmischer Tagen überzeugen können: „Sie sind läuferisch sehr stark.“ Gegenüber den älteren Semestern Matt Smaby, Richie Regehr und Deron Quint kann der EHC nun auch einen Zugewinn an Tempo aufweisen.
Patrick Hager sagt, eine solche Tiefe im Kader habe er nur in seiner Meistersaison mit Ingolstadt (2014) erlebt, „als wir im Februar noch zwei Slowenen dazubekommen haben“. München ist jetzt schon üppig besetzt, könnte dabei noch zwei Ausländer mehr einsetzen. Jackson wehrt aber ab: „Mit diesem Kader gehen wir in die Saison. Wir unterscheiden nicht zwischen deutschen und Importspielern.“