Zugegeben: Eine große Hilfe war AfD-Chefin Frauke Petry im Wahlkampf noch nicht. Seit dem Parteitag im April, bei dem sie und ihre moderate Linie von den Mitgliedern gnadenlos abgewatscht wurden, ist wenig zu hören von der Frau, die sich einst selbst an die Spitze geputscht hatte und danach so gerne und so oft polarisierte. Dass die AfD-Spitzenleute um Jörg Meuthen und Alexander Gauland aber 40 Tage vor der Wahl öffentlich auf Petry herumhacken und sogar ihre politische Zukunft infrage stellen, hilft der AfD auch nicht. Im Gegenteil.
Meuthens Ankündigung, Petry im Dezember auch den Bundesvorsitz wegnehmen zu wollen, kommt zum ungünstigsten Zeitpunkt und ist ein weiterer Schritt zur selbst eingeleiteten Demontage der Partei. In der AfD haben sich eben nicht nur diejenigen zusammengetan, die Deutschlands Politik nach rechts rücken wollen. Dort tummeln sich viele zerstrittene Selbstdarsteller, denen es nur um persönliche Befindlichkeiten und Ämter geht. Um ernstgenommen zu werden, bräuchte die AfD endlich eine klare Linie und Personal, das diese Linie auch befolgt. Stattdessen sorgt die Parteispitze lieber für immer neues Chaos.
Sebastian Dorn
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