Studie nach Fipronil-skandal

Jeder Vierte isst weniger Eier

von Redaktion

Berlin – Der Fipronil-Skandal verdirbt jedem vierten Erwachsenen in Deutschland den Appetit auf Eier. 16 Prozent essen dadurch weniger Eier als üblich, zehn Prozent essen gar keine mehr, wie aus einer repräsentativen YouGov-Umfrage hervorgeht. 65 Prozent stehen dem Thema gelassen gegenüber und schränken ihren Eierkonsum nicht ein. 15 Prozent der Befragten achten seit dem Nachweis von Fipronil darauf, in welchem Land die Eier erzeugt wurden. Fast jeder Zweite hat dies auch schon vorher getan.

Der Skandal um die mit dem Insektizid Fipronil verseuchten Eier weitet sich indessen immer weiter aus. Auch in Spanien sind am Wochenende erstmals Eier aufgetaucht, in denen der Giftstoff nachgewiesen werden konnte. Die aus Frankreich stammenden Flüssigeier seien von Inspektoren in einer Firma in der Provinz Bizcaya im Baskenland gefunden worden, berichtete die Zeitung „El País“ unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Es handle sich um insgesamt 20 Tonnen Flüssigeier, die in den nächsten Tagen vernichtet werden sollen. Die kontaminierten Produkte seien nicht in den Handel gelangt, hieß es. Für die Verbraucher habe nie ein Risiko bestanden. Die spanischen Behörden erklärten, es würden auch weiterhin ständig Kontrollen durchgeführt. Der Lebensmittelskandal betrifft damit inzwischen 16 EU-Länder, die Schweiz und Hongkong.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium geht davon aus, dass rund 10,7 Millionen „möglicherweise mit Fipronil belastete Eier“ aus den Niederlanden nach Deutschland geliefert wurden. Auf Vorschlag Deutschlands hin soll es Anfang September erste politische Gespräche über eine mögliche EU-Reaktion auf den Skandal geben. Eine gesundheitliche Gefährdung durch Fipronil sei auch bei längerfristigem Verzehr belasteter Lebensmittel „unwahrscheinlich“, zu diesem Schluss kommt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer am Freitag veröffentlichten Bewertung. Das Insektizid Fipronil darf in der Geflügelhaltung eigentlich nicht verwendet werden. In der Veterinärmedizin kommt der Stoff zum Schutz von Hunden und Katzen vor Flöhen, Läusen und Zecken zum Einsatz.

Dem Skandal zum Trotz feiert eine kleine belgische Stadt übrigens am Dienstag an Mariä Himmelfahrt sein traditionelles Omelette-Festival. Was zunächst nach keiner guten Idee klingt, soll in Malmedy wie jedes Jahr stattfinden, kündigten die Veranstalter an. Die Organisatoren brauchen 10 000 Eier für ihr Riesen-Omelett, und diese dürfen natürlich auf keinen Fall mit dem Insektengift Fipronil belastet sein. Gar nicht so einfach – hat der Skandal doch seinen Ursprung in Belgien und den Niederlanden. Organisatorin Bénédicte Mathy sagte, sie habe eine „erlebnisreiche“ Woche hinter sich. Die Eier für das Omelette habe sie aber beisammen. Etwas mehr als 8000 Eier kommen demnach von einer Farm, die etwa 40 Kilometer entfernt ist. „Wir kennen die Qualität also“, versicherte Mathy. Die restlichen Eier würden zwei Supermarkt-Ketten liefern, die die Veranstaltung sponsern. „Die können nichts mehr riskieren“, beteuerte Mathy und erklärte, dass sie Zertifikate habe, die bewiesen, dass auch deren Eier unbelastet seien.

Der kleine Ort nahe der deutschen Grenze erwartet tausende Besucher zu dem Spektakel – im vergangenen Jahr bedienten sich 7000 Menschen an dem Riesen-Omelette, das in einer überdimensional großen Pfanne auf einem Platz mitten in der Stadt gebraten wird.

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