Latinos mahnen die USA

von Redaktion

Trump-Drohung gegen Venezuela verstört auch Maduro-Kritiker

Washington/Caracas – US-Präsident Donald Trump hat mit seiner militärischen Drohung gegen Venezuela bei Verbündeten und Kritikern von Präsident Nicolás Maduro Befremden ausgelöst. „Jetzt weiß die Welt: Jene, die gegen Maduro sind, streben nur ein militärisches Eingreifen des Imperiums an“, sagte Boliviens Präsident Evo Morales, ein enger Verbündeter Venezuelas. Mit Kolumbien, Mexiko und Peru verurteilten aber auch die schärfsten Kritiker Maduros das Säbelrasseln.

Angesichts der Krise in Venezuela hatte Trump überraschend ein militärisches Eingreifen ins Gespräch gebracht. „Wir haben viele Optionen für Venezuela, einschließlich einer militärischen, falls nötig“, sagte er am Freitag.

Venezuelas Präsident Maduro hatte zuletzt eine verfassungsgebende Versammlung wählen lassen und so das demokratisch gewählte Parlament entmachtet. Oppositionelle und viele Staaten werfen ihm vor, ein autoritäres Regierungssystem zu errichten.

Von militärischen Planspielen oder auch nur konkreteren Überlegungen in Sachen Venezuela ist seitens der US-Regierung nichts bekannt. „Das Pentagon hat keine Befehle erhalten“, zitierten Medien einen Sprecher des Verteidigungsministeriums. Venezuelas Verteidigungsminister Vladimir Padrino sagte zu Trumps Worten: „Das ist ein verrückter Akt, ein Akt des Extremismus.“

Kritik kam auch aus den eigenen Reihen. „Der Kongress wird natürlich keinem Krieg in Venezuela zustimmen“, sagte der republikanische Senator und einer von Trumps schärfsten innerparteilichen Kritikern, Ben Sasse, dem „Washington Examiner“.

Analysten glauben, Trump spiele der sozialistischen Regierung in die Hände. Maduro warne seit Monaten vor Interventionsplänen der USA. Mit seiner Drohung habe er den scheinbaren Beweis geliefert.

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