Baum kracht auf Familienauto Bayerischer Touristen

Mitten im Sturm von Jesolo

von Redaktion

von Jacob Mell

Rohrdorf/Jesolo – Das Unheil kam fast wie aus dem Nichts. Erst ein leichter Wind, dann erfasste ein gewaltiger Sturm am Donnerstag vergangener Woche etliche Campingplätze an der Adria rund um Jesolo. Innerhalb von Minuten zerstörten Regen, Hagel und Gewitter die Ferienträume tausender Urlauber auch aus Bayern. Der Sturm schlug eine Schneise der Verwüstung: Bäume stürzten um, zerstörten Autos und Wohnwagen. Mitten drin im Unwetter war auch eine junge Familie aus Rohrdorf (Kreis Rosenheim).

Als der Sturm aufzog, verkroch sich Wolfgang Dreher mit seiner Frau Sonja und den beiden Kindern in ihren Wohnwagen. „Plötzlich hörten wir ein Krachen“, erzählt Mutter Sonja. Als ihr Mann kurz nach draußen ging, hörte er die Alarmanlage eines Autos. „Es war der Alarm von unserem VW Bus.“ Ein mächtiger Baum war auf das Familienauto gekracht, hatte das Dach eingedrückt. „Wahrscheinlich Totalschaden“, fürchtet Wolfgang Dreher. Dabei hatte die Urlauberfamilie aus Oberbayern noch Glück im Unglück. Zunächst hatte der Wohnwagen noch an der Stelle des Busses gestanden. Weil aber die Deichsel zu weit in den Weg ragte, hatte Wolfgang Dreher die Plätze von Wohnwagen und Bus getauscht. „Nicht auszudenken, wenn der Baum auf unseren Wohnwagen gestürzt wäre“, sagt Sonja Dreher. „Wir hatten uns ja darin vor dem Sturm schützen wollen.“

Inzwischen ist ihr Bus vom ADAC abgeholt und auf einen Sammelparkplatz mit weiteren zerstörten Fahrzeugen gebracht worden. Der Automobilclub organisiert auch die Rückführung des kaputten Autos. Weil es in Italien derzeit keine Leihwagen mehr gibt, wird in den nächsten Tagen ein Fahrer aus Rosenheim einen geeigneten Wagen zum Ziehen eines Wohnwagens zum Campingplatz Marina di Venezia bei Jesolo bringen.

Den Schaden am VW Bus wird die Teilkaskoversicherung ersetzen. Doch für Familie Dreher wird es ein Verlustgeschäft. „Die Versicherung ersetzt nur den Zeitwert – und nicht den Wiederbeschaffungswert“, weiß Wolfgang Dreher. Sein Bus ist zehn Jahre alt, aber eigentlich top in Schuss. „Solche Fahrzeuge werden viel höher gehandelt als der Zeitwert.“

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