Montreal – Die Nummer eins der „NextGen“ ist er längst, doch Alexander Zverev will mehr sein als nur der Anführer der nächsten Tennis-Generation. „Ich habe in diesem Jahr fünf Finals gespielt und vier davon gewonnen“, sagte der 20-Jährige nach seinem Finaleinzug beim Masters in Montreal: „Ich habe vor Roger Federer Respekt, aber keine Angst.“ Zumal da noch eine Rechnung offen war, denn in besagtem verlorenen Finale 2017 war im Juni in Halle Roger Federer der Gegner von Zverev.
Alexander „Sascha“ Zverev, der junge Mann mit russischen Wurzeln und der typischen Hamburger Klangfarbe in der Stimme, bestätigt seit Monaten konsequent die vielen Vorschusslorbeeren, die ihn bereits seit seiner frühesten Jugend begleiten. 45 Matches – davon neun in den letzten elf Tagen – hatte Zverev auf dem Weg ins Finale von Montreal in diesem Jahr bereits gewonnen, nur zwei weniger als der in dieser Statistik führende Spanier Rafael Nadal.
Sein Vormarsch in der Weltrangliste (derzeit Platz acht) ist knallharter Arbeit geschuldet. Dem hochgelobten 18 Jahre alten Nadal-Bezwinger Denis Shapovalov, den er im Halbfinale von Montreal mit 6:4, 7:5 in die Schranken wies, hat er deshalb gleich mal ein paar Ratschläge gegeben: „Ich habe ihm gesagt, dass er auf dem richtigen Weg ist und genau so weitermachen soll. Nie nachlassen, immer dranbleiben, dann klappt es irgendwann.“
Trotz seines ausgeprägten Selbstbewusstseins schob Zverev vor dem Finale in Montreal Federer die Favoritenrolle zu. „Er spielt ein unfassbares Tennis, und immer, wenn er in Bedrängnis gerät, spielt er noch unfassbarer“, sagte er über den 16 Jahre älteren Schweizer. sid