Washington – Trotz internationaler Appelle zur Deeskalation hat US-Präsident Donald Trump im Konflikt mit Nordkorea seine Drohungen bekräftigt. Die Regierung sei „mit ihren Alliierten“ bereit, jeder Bedrohung durch Nordkorea mit „der ganzen Bandbreite diplomatischer, wirtschaftlicher und militärischer Maßnahmen“ zu begegnen, erklärte das Weiße Haus. Die Truppen seien vorbereitet, Guam zu verteidigen. Nordkorea hat mehrfach mit einem Angriff auf die US-Insel gedroht.
Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) warf Trump vor, „vom eigenen Golfclub aus das Inferno zu beschwören“. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron setzte sich für eine „abgestimmte, entschlossene und effiziente“ Vorgehensweise der Weltgemeinschaft ein, um Pjöngjang zur „Wiederaufnahme des Dialogs ohne Vorbedingungen“ zu bewegen. Chinas Staatschef Xi Jinping forderte Trump dagegen laut Staatsfernsehen erneut auf, „Worte und Taten“ zu vermeiden, die die angespannte Lage verschlimmern.
Trotz der Wortgefechte hat sich die unmittelbare Gefahr nach Aussage von Trumps Sicherheitsberater H.R. McMaster nicht verschärft. „Wir sind einem Krieg nicht näher als vor einer Woche“, sagte er dem Sender ABC – allerdings „näher als vor einer Dekade“. Man habe das Problem Nordkorea seit Jahren vor sich hergeschoben, nun spitze es sich zu und werde zur Bedrohung für die Welt.
Zur Sicherheit brachte Japan am Samstag seine Raketenabwehr in Stellung. Das System sei in mehreren Städten im Westen des Landes installiert worden, berichteten mehrere Medien. In Richtung Guam abgefeuerte Raketen aus Nordkorea könnten auch japanisches Gebiet überfliegen. Tokio hatte angekündigt, nordkoreanische Raketen abzuschießen, die japanisches Territorium bedrohten.