Das Mutmachfest bei Sonnenschein

von Redaktion

München/Kochel – Mit Gottesdiensten, Prozessionen und der Segnung von Kräuterbüscheln haben die Katholiken in Bayern gestern das Hochfest Mariä Himmelfahrt gefeiert. In Kochel (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) fand traditionell der Kocheler Heimattag statt – mit Festgottesdienst, Trachtenumzug und anschließendem Seefest bei herrlichstem Sommerwetter.

Im Münchner Liebfrauendom rief Kardinal Reinhard Marx die Gläubigen dazu auf, sich auch im Alltag für eine Perspektive der Unendlichkeit zu öffnen. Die Verbindung von Diesseits und Jenseits sei wesentlich für den christlichen Glauben. „Wir spüren in unserem Herzen eine Hoffnung, die über die Traurigkeit und die Anstrengung hinausgeht und den Blick wagt auf eine Wirklichkeit, die jenseits ist von Raum und Zeit, die wir uns nicht vorstellen können.“

Marx bezeichnete die Feier der Aufnahme Mariens in den Himmel als „Mutmachfest“. Christentum bedeute, dass sich Gott ganz und gar auf diese Welt einlasse. Das helfe, auch das eigene Leben neu anzunehmen. „Was in diesem Leben gelebt wird, in diesem Leib, in der Beziehung zu anderen Menschen, durch unsere Sinne, das alles soll gereinigt, erfüllt, vollendet werden.“

Vielerorts wurden Heilkräuter, Gewürzpflanzen, Getreidehalme und Blumen zu duftenden Sträußen gebunden und in Gottesdiensten gesegnet. Der Brauch geht auf eine alte Erzählung zurück, nach der „wundersamer Kräuterduft“ das Grab Mariens erfüllte. Traditionell werden die Kräuterbuschen von bäuerlichen Familien anschließend getrocknet und später im Herrgottswinkel aufgesteckt. In mehreren hundert katholischen Mariä Himmelfahrtskirchen in Bayern wurde am Dienstag zugleich das Fest der Namenspatronin gefeiert.  mm/kna

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