Frankfurt – Ungeachtet der jüngsten Turbulenzen an der Börse, ausgelöst durch den Konflikt zwischen Nordkorea und den USA, steuern die 30 größten im Deutschen Aktienindex Dax notierten Konzerne auf ein neues Rekordjahr zu. Im zweiten Quartal lag der Betriebsgewinn, so eine Analyse der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (E&Y), um fast ein Drittel höher als im Vorjahresquartal und damit auf einem neuen Höchststand von gut 39 Milliarden Euro. Einen neuen Rekord gab es auch beim Umsatz mit 344 Milliarden Euro, rund sechs Prozent mehr. Treiber waren die Erholung der Weltwirtschaft und vor allem florierende Geschäfte der Firmen in Asien, den USA und auch in Europa. Die Aussichten bleiben gut. „Neun Unternehmen haben ihre Prognose für das Gesamtjahr nach oben korrigiert, nur zwei Unternehmen haben eine Gewinn- oder Umsatzwarnung ausgegeben – 2017 dürfte ein Rekordjahr werden“, sagt E&Y-Geschäftsführer Mathieu Meyer.
Angesichts der unsicheren politischen Großwetterlage und bestehender wirtschaftlicher Risiken sei die Entwicklung bemerkenswert, sagt Meyer. Banken wurden bei der Analyse nicht berücksichtigt. Für das zweite Halbjahr sieht der Experte Risiken vor allen im erstarkten Euro, der deutsche Produkte im Dollar-Raum verteuert, und im Brexit, der der britischen Wirtschaft einen Dämpfer verleihen könne. Zuletzt seien die Pkw-Zulassungen in Großbritannien im Juli um neun Prozent geschrumpft. „Für deutsche Unternehmen steht in Großbritannien viel auf dem Spiel, denn sie sind zum Teil massiv vor Ort engagiert.“ Generell bleibe Europa für deutsche Unternehmen der wichtigste Markt. 50 Prozent der Umsätze werden hier erzielt. Auch dem Arbeitsmarkt haben die 30 Konzerne der Analyse Impulse gegeben. Die Zahl der Beschäftigten sei im ersten Halbjahr um 135 000 und damit um 3,7 Prozent auf 3,8 Millionen gestiegen. rolf obertreis