Neue Intendantin der Luisenburgfestspiele

„Ich möchte hier etwas entwickeln“

von Redaktion

von Sonny Adam und Kathrin Zeilmann

Birgit Simmler, die neue künstlerische Leiterin der Luisenburgfestspiele in Wunsiedel, will Geschichten aus der Region aufgreifen, um diese in Musical- und Schauspielproduktionen auf die Bühne vor der eindrucksvollen Naturkulisse zu bringen. Das kündigte die Kulturmanagerin, die zuvor Kulturreferentin der hessischen Stadt Biedenkopf war, zum Start ihrer ersten Amtszeit an.

Indirekt wehrte sie sich auch gegen Vorwürfe des bisherigen Intendanten Michael Lerchenberg, der Befürchtungen geäußert hatte, das Festival auf der imposanten Freilichtbühne könne in die Provinzialität zurückfallen. „Den Wirtschafts- und Kulturauftrag zu verbinden, verfolgt mich mein ganzes Leben lang. Ich habe garantiert kein Interesse daran, die Festspiele zu verkleinern. Ich möchte hier etwas entwickeln“, sagte die 44-Jährige. „Wir wollen die Professionalisierung fortführen“, betonte Simmler. „Wir sind zuversichtlich, dass die kommende Saison eine gute und erfolgreiche wird“, sagte der Wunsiedler Bürgermeister Karl-Willi Beck bei der ersten Pressekonferenz der neuen Intendantin. „Wir wollen einen Übergang in eine starke Spielzeit 2018.“

Während ihr Vorgänger noch alleine verantwortlich war, bildet Birgit Simmler gemeinsam mit Harald Benz eine Doppelspitze. Benz kümmert sich um Haushaltsplanung, Verträge, Controlling. Die beiden treten kein leichtes Erbe an. Denn Lerchenberg hat die Festspiele aus einem Dornröschenschlaf erweckt, die Bühne überregional bekannt gemacht, die Produktionen und Abläufe professionalisiert. Zudem hat er auch als Schauspieler immer wieder wichtige Akzente gesetzt. Nach Querelen hat Lerchenberg jedoch ein Jahr früher als vereinbart Wunsiedel den Rücken gekehrt.

Birgit Simmler hatte in ihrer vorherigen Position als Kulturreferentin im hessischen Biedenkopf die dortigen Schlossfestspiele ins Leben gerufen und geleitet. Bereits bekannt ist, welche Inszenierungen sie im kommenden Jahr in ihrer ersten Saison auf der Luisenburg zeigen will – darunter sind das Familienmusical „Das Dschungelbuch“, das Volksstück „Andreas Hofer – Die Freiheit des Adlers“, eine Auftragsarbeit von Felix Mitterer, das Musical „My Fair Lady“ sowie die Kriminalkomödie „Sherlock Holmes – Der Tod des Bayernkönigs“.

Die Luisenburgfestspiele locken jährlich im Sommer rund 130 000 Zuschauer an. Schon seit Jahrhunderten wird am Rande des Felsenlabyrinths Theater gespielt, seit 1914 mit professionellen Schauspielern.

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