Der modische Meister steht schon fest

Leipzig swagt richtig

von Redaktion

Franck Ribery hat sich am vergangenen Wochenende mal wieder Bestnoten verdient – und man muss sich nicht weit aus dem Fenster lehnen, um die Prognose zu wagen: Es wird schwer, den Franzosen stylemäßig noch zu toppen. Das Bild, das auf der Facebook-Seite „Fußballer, die den Swag aufdrehen“, gepostet wurde, zeigt ihn in einem Flugzeug sitzend, träumerisch aus dem Fenster blickend und bekleidet mit einem knallgelben Jogginganzug, dessen Shirt zwei Nummern zu groß ist, während die Hose weit unter den Knien hängt. Dazu eine klobige Silberkette, eine dicke Uhr und eine Kappe – perfekt. Unter „Swaggern“ eindeutig: Zehn Punkte.

Für alle, die vor dem Saisonstart noch nacharbeiten müssen: Das Wort „Swag“, von englisch to swagger (‚prahlen‘), steht in der Jugendsprache für eine beneidenswerte, lässig-coole Ausstrahlung – die mehrere tausend Euro teuren Outfits der Stars und Sternchen dieser vergleichsweise geldigen Branche bieten sich für eine Bewertung unter diesen Gesichtspunkten natürlich an. Löcher in den Hosen, Shirts bis zu den Knien, Nieten auf Schuhen und Rucksäcken – Möglichkeiten für modische Statements gibt es neben dem Platz genug. Nur im Spiel, da sind sie alle gleich. Trikot, Hose, fertig – oder? Dachte man, bis die Modepolizei auch dieses letzte „Feld“ unter die Lupe genommen hat.

Nun ist es also so: RB Leipzig ist Meister, bevor die Spielzeit überhaupt angefangen hat. Und mal ehrlich: Mit dem Wissen, die bestangezogenen Männer der Republik zu sein, kickt es sich doch gleich doppelt so schön. Die Jury der Mediadesign Hochschule in Düsseldorf ist – nach Bewertung von Gesamteindruck, Visualität, Funktionalität, Details und Preis-/Leistungsverhältnis – zum Urteil gekommen, dass das Trikot des Vizemeisters am besten aussieht.

Stichworte der Begründung: „Explosionsartiger Schulterdruck“, „schlicht in der Schnittführung“, „Leidenschaft der Farbe“. Natürlich, all das fällt doch sofort auf, wenn man dieses Jersey sieht. Man fragt sich außerdem, wer die „neue Interpretation von Streifen“ nicht bemerkt, an die sich der zweitplatzierte BVB gewagt hat? Und wem die „eleganten Nadelstreifen“ von Eintracht Frankfurt auf Platz drei nicht ins Auge stechen? Wahrscheinlich denjenigen, die ein Gladbach-Trikot gekauft haben. Die laufen jetzt nämlich in einem Outfit rum, das „sehr unfertig“ ist und dem eindeutig „der absolute Kick“ fehlt. Schlusslicht, blöd gelaufen.

Übrigens: Das Trikot der Bayern überzeugt laut Jury „auf alle Fälle“. Trotzdem: Nur Platz acht, solides Mittelfeld, weit unter dem (modischen) Anspruch eines Rekordmeisters. „Retro-Optik“ ist halt nicht mehr up to date. Einem „Swagger“ wie Franck Ribery wäre dieser Fauxpas niemals passiert.

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