München – Vor ein paar Jahren fing es an mit dem „Tracking“, dem Erfassen aller Wege, die ein Fußballspieler zurücklegt – auf dem Spielfeld. Wir wissen nun nach einer Partie, wie viele Kilometer einer zurückgelegt und welche Höchstgeschwindigkeit er erreicht hat. Interessant ist dann auch, wo sich ein Akteur überhaupt aufgehalten hat – diese Information beziehen wir aus der „Heatmap“, einer Landkarte des Platzes. Sie zeigt uns, ob der Sechser auch mal in die Spitze gegangen ist.
Was bleibt uns noch verborgen? Pulsschlag, Herzfrequenz. Aber: Alles live messbar. Dafür gibt es spezielle Shirts, die das erfassen und sofort übermitteln – allerdings dürfen die Fußballprofis sie bislang nur im Training tragen. Noch gibt es diese Einschränkung. Die TV-Stationen werden es mit der Zeit aber schon durchsetzen, dass ihnen dieser Datenschatz während der Spiele zugänglich sein wird.
Rund um den Fußball ist ein Statistik-Business entstanden, eine kleine Zahlen-Industrie, und immer mehr wollen mitmischen. Sie analysieren Karrieren, werten Social-Media-Kanäle aus, um zusätzliche Erkenntnisse zu gewinnen über die Welt des Fußballs. Zuletzt sind uns diese Statistiken untergekommen.
Die Umzugsspezialisten: Weil Profis öfter mal den Verein wechseln, müssen sie jedes Mal ihren Hausstand mitnehmen an den neuen Wirkungsort. Das ergibt Kilometer. Die meisten hat auf diese Weise der legendäre bayerische Torhüter Lutz Pfannenstiel gesammelt, nämlich 234 306. Das ist keine Überraschung, weil Pfannenstiel ohnehin bekannt ist als „Welttorhüter“ und einziger Profi, der Vertragsverhältnisse auf jedem Kontinent unterhielt. 26 Klubs hat er in seiner Karriere beehrt, nun ist er bei der TSG Hoffenheim sesshaft geworden. Soweit man das als Scout, der auch für Projekte in Indien zuständig ist, sein kann. Zweiter ist dann schon eine wirkliche Fußballgröße, der illustre Nordire George Best, der für 18 Klubs gekickt hat (153 600 km), gefolgt vom Uruguayer Sebastian Abreu (141 366). Abreu spielt noch, derzeit in Chile.
Frisch umgezogen ist Neymar, und dankbarerweise hat das Internetumzugsportal Movinga in seine Preisliste geschaut und aufgeschlüsselt, was den brasilianischen Superstar seine Ortsveränderung kosten wird. In seinem Fuhrpark stehen fünf Autos, für die Überführung werden je 5000 Euro fällig. In Barcelona bewohnte er zwei Häuser von unterschiedlicher Größe (das zweite war für Frau und Sohn), alles an Mobiliar ab- und in Frankreich wiederaufzubauen, schlägt mit 52 000 und 38 000 Euro zu Buche. Schließlich muss auch Neymars Yacht noch eine Reise machen – für weitere 25 000 Euro. Umzugskosten insgesamt: 120 000 Euro. Es trifft ja keinen Armen.
Die Urlaubsprofis: In den großen Ligen haben wir fast drei Monate keine Punktspiele erleben dürfen, es war ein langer Sommer. Den Confed Cup haben viele Spieler geknickt. Zeit für Urlaub!
Das Portal „Travelbird“ hat über die sozialen Medien nachverfolgt, wo die Stars aus aller Herren Ligen im Juni und Juli überall auftauchten. Der Meister in diesem Miles-and-more-Wettbewerb wurde der Spanier Gerard Pique (Barcelona), der an folgenden Locations aufschlug: Rosario (Argentinien – bei der Hochzeit des Kollegen Lionel Messi), Beirut, Doha, Singapur, Shanghai, Tokio. Ergab 46 923 Kilometer, also mehr als einmal um die Welt. Zweiter wurde Neymar mit der Route Los Angeles, Las Vegas, Sun City/Südafrika, Rosario, Ibiza (40 772 Kilometer), Dritter Cesc Fabregas (Chelsea), der auf Ibiza, bei Messi in Rosario und schließlich noch in Indonesien weilte. Bester Deutscher: Benedikt Höwedes als 18. Costa Rica, Nicaragua, Libanon – dort war der Schalker anzutreffen (bei Messis Verehelichung also nicht). Neu-Bayer Niklas Süle wurde weltweit 34., er bewältigte nach dem Confed Cup noch das Programm New York und Dubai (22 252 Kilometer).
Bundesliga-Parken: Kein Fußball-Fan kann Reisen unternehmen wie ein Fußball-Star, er staunt nur über diese Globetrotterei – doch diese Auswertung ist für den „Normalo“ greifbar. Der Verkehrsanalysen-Anbietér INRIX hat zusammengetragen, was die Bundesliga-Klubs bei ihren Spielen fürs Parken verlangen – und in welchem Verhältnis das zum Eintrittspreis steht.
FC Bayern, Augsburg, Dortmund und Stuttgart nehmen 10 Euro, die Mehrheit der Vereine 5. Gratis stellt man sein Auto ab in Gelsenkirchen, Berlin, Mainz und Wolfsburg. Der deutsche Durchschnittspreis liegt – besucht man alle Heimspiele – bei 85 Euro Parkgebühr pro Saison, das sind 47 Prozent des durchschnittlichen Betrags für eine Dauerkarte im Stadion. Beim FC Bayern ist Parken (170 Euro) sogar teurer als die günstigste Saisonkarte (140 Euro).
Aber es ist ja auch so, dass das Taxi zum Flughafen oft schon mehr kostet als der Billigflug in die Ferne.